Soziales Signal am ersten Arbeitstag

11. Juli 2004, 13:05
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Fischer empfing Caritas, Volkshilfe und Diakonie - Hilfsaktion für Sudan unnd Initiative für Nationalfeiertag geplant

Wien - Mit der Einlösung eines Wahlversprechens hat der neue Bundespräsident Heinz Fischer am Freitag seinen ersten Arbeitstag begonnen. Er lud Vertreter von Caritas, Volkshilfe und Diakonie in die Hofburg ein, um deren soziales Engagement zu würdigen. Er wolle zeigen, dass die Gesellschaft "auf zwei Beinen" stehe, dass neben dem wirtschaftlichen auch der soziale Aspekt zu beachten sei. Nächste Woche ist der Terminkalender Fischers dann schon voll. Erste Auslandsreisen führen den Präsidenten nach Ungarn und in die Slowakei.

Sudan-Hilfe

Den sozialen Dialog mit den Hilfsorganisationen, die in den letzten Monaten etwa in der Flüchtlingsfrage des öfteren auf Konfrontationskurs mit der Regierung gegangen waren, will Fischer auch in Zukunft fortsetzen. Auf die österreichische Tagespolitik ging er an seinem ersten Amtstag freilich nicht ein. In dem rund 40-minütigen Gespräch mit den NGOs wurden aber dennoch einige konkrete Pläne besprochen. Angedacht ist etwa, eine gemeinsame Aktion für Flüchtlinge im krisengeschüttelten Sudan zu starten. Auch am Nationalfeiertag am 26. Oktober soll es eine Initiative geben. Möglich seien etwa Auszeichnungen für sozial engagierte Menschen, erläuterte Volkshilfe-Präsident Josef Weidenholzer.

"Good will" der NGOs

Angekündigt wurde von Fischer auch ein Gespräch mit Sozialminister Herbert Haupt (F), in dem er diesem über das "große Ausmaß an good will" bei den NGOs berichten wolle. Die Hilfsorganisationen zeigten sich jedenfalls durchwegs erfreut über das "Signal" Fischers an die Zivilgesellschaft. Fischer sei "oberster Schutzherr" jenes Grundkonsenses der Zweiten Republik, wonach niemand in der Gesellschaft "verloren gehen darf", sagte Diakonie-Direktor Michael Chalupka. Laut Wiens Caritas-Direktor Michael Landau vertrete man die gemeinsame Überzeugung, dass der Sozialstaat "kein beliebig verschlankbares Anhängsel" des Wirtschaftsstandortes sei.

Häupl beim Bundespräsidenten

Ebenfalls auf der Tagesordnung standen am ersten Arbeitstag Besuche von Landeshauptleuten. Wiens Bürgermeister Michael Häupl (S) besprach mit seinem früheren Parteikollegen die Anliegen der Länder bei den anstehenden Finanzausgleichs-Verhandlungen. Am Abend wird dann Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll in der Hofburg erwartet.

Erste Reise

Am Dienstag nächster Woche gibt es die erste Auslandsreise - und zwar zum Nachbarn Ungarn. Am Mittwoch steht ein Besuch von Voest-Lehrlingen in der Präsidentschaftskanzlei sowie ein Treffen mit Burgenlands Landeshauptmann Hans Niessl (S) an. Den Antrittsbesuch bei der steirischen Landeshauptfrau Waltraud Klasnic (V) gibt es am Donnerstag, und am Freitag besucht Fischer gemeinsam mit Frau Margit die Slowakische Republik. (APA)

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    Fischers erste Gäste

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