Pentagon bestätigt: Im Irak gekidnappter US-Soldat frei

9. Juli 2004, 19:18
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24-Jähriger in US-Botschaft in Beirut - Offenbar unversehrt - Armee leitete Strafermittlungen gegen Hassoun ein

Beirut/Tripolis - Ein aus dem Libanon stammender und möglicherweise von irakischen Extremisten entführter US-Soldat ist am Donnerstag in der US-Botschaft in Beirut angekommen. Eine Sprecherin der US-Botschaft sagte, der Marineinfanterist Wassef Ali Hassoun sei von Mitgliedern seiner Familie begleitet gewesen. "Die Rückkehr in die USA wird Vorrang haben", sagte sie.

Gerüchte über Enthauptung

Hassoun war seit dem 21. Juni von seiner Einheit vermisst worden. Eine Nachricht auf einer Internetseite ließ vermuten, dass er entführt worden war. Vom US-Militär wurde dies nicht bestätigt. Zeitweise kursierte über das Internet das Gerücht, dass Hassoun enthauptet worden sei.

US-Armee leitete Strafermittlungen gegen Hassoun ein

Ein Sprecher des US-Außenministeriums sagte, Hassoun habe am Donnerstag Kontakt mit den US-Behörden aufgenommen. Er sei in Beirut abgeholt und in die Botschaft gebracht worden. Das US- Militär nahm nicht zu Berichten Stellung, dass 24-Jährige desertiert sei. Ein Sprecher der Marineinfanterie sagte, im Zusammenhang mit Hassouns Verschwinden sei eine Strafermittlung eingeleitet worden. Einzelheiten nannte er nicht.

Schusswechsel in Tripolis mit Verwandten Hassouns

Augenzeugen berichteten unterdessen aus der nordlibanesischen Stadt Tripolis von einem Schusswechsel zwischen Verwandten von Hassoun und einer anderen Familie. Dabei seien mindestens zwei Menschen getötet und mehrere verletzt worden. Die zweite Familie habe Hassouns Verwandte verhöhnt und sie als Agenten der USA bezeichnet, hieß es.

Extremisten haben im Irak in den vergangenen Wochen Dutzende von Ausländern entführt und mindestens vier von ihnen getötet. Sie wollen damit den sofortigen Abzug der US-geführten Truppen und deren Helfer aus dem Irak erzwingen. (APA/Reuters)

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