Post aus Frankreich

22. Juli 2004, 01:20
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Das Modeversandhaus "La Redoute" präsentiert im Herbst ein ambitioniertes neues Eigenlabel

Viktor & Rolf, Clements Ribeiro oder Stella McCartney gehören nicht nur zur Riege der renommierten jungen Designer, sie eint auch, dass sie für La Redoute Mode entworfen haben. Das französische Textilversandhaus setzte schon früh auf die Zugkraft großer Designer. So nahm man Anfang der 90er-Jahre den berühmten Damensmoking von Yves Saint Laurent ins Programm. Dem Prinzip ist man treu geblieben: In jedem Katalog gibt es ein paar Stücke aus bekannter Designerhand, und auch an den Nachwuchs wird gedacht: La Redoute gehört zu den Sponsoren des Modefestivals im südfranzösischen Hyères, das als Sprungbrett ins internationale Fashionbusiness gilt, immer wieder werden auch Entwürfe von Hyères-Preisträgern im Katalog präsentiert.

Der Modeversender offeriert in seinem Wälzer (die aktuelle Herbst / Winterausgabe, die dieser Tage in Österreich ausgeliefert wird, hat beachtliche 750 Seiten) ein dichtes Programm an Eigenmarken (etwa 60 Prozent des Angebots) und Fremdlabels: Mode für Frauen, Männer, Jugendliche und Kinder, dazu Unterwäsche, Sportmode und Heimtextilien. Vieles davon ist dem Mainstream zuzuordnen, ein kleiner, feiner Teil gibt sich aber durchaus ambitioniert.

Die ansprechende Überraschung der kommenden Herbst / Wintersaison nennt sich "unité la redoute" und ist eine eigene Designerkollektion des französischen Versenders. Entworfen wird sie von Michèle und Olivier Chatenet, die unter dem Namen "E2" ihr eigenes Label betreiben. Zu sehen und zu kaufen war "unité" bereits bei "Colette", dem Pariser Conceptstore, welches als das Nonplusultra für Fashionistas und Trendsetter gilt.

Die in sich sehr stimmige und vielfältig kombinierbare Kollektion besticht mit einem schicken Mix aus schön abgestimmten Farben, mit Ringelstreifen und bedruckten Stoffen, mit Basic-Elementen wie einem klassischen Trenchcoat, eleganten Hüfthosen, femininen Kleidern und Röcken. Ambitioniert auch die fotografische Umsetzung im Katalog: Jean-Baptiste Mondino fotografierte Audrey Marnay in den neuen Outfits. Eine Brücke zwischen Luxusmode und Massendistribution zu schlagen sei das erklärte Ziel gewesen, sagt Ludovic Pastour, der bei La Redoute für die Damenmode zuständig ist. Und die Preise entsprechen dem Konzept: Ein feines Strickkleid aus Wolle und Seide kostet 72,50 Euro, der lässige Trenchcoat aus Baumwolle 103,90 Euro.

Zu den anspruchsvolleren Projekten gehört auch die "Testimonial"-Serie von La Redoute. Jede Saison zeigt eine bekannte Persönlichkeit ihre Lieblingsoutfits aus dem Katalog, diesmal ist die Reihe an der französischen Schauspielerin Isabelle Adjani, die der Fotograf Dominique Issermann in Mode von Barbara Bui oder Zadig & Voltaire in edlen Schwarz-Weiß-Bildern präsentiert. Das zum PPR-Konzern (Pinault-Printemps-Redoute) gehörende Modeversandhaus ist in seinem Stammland Frankreich Leader im Versandhandel, der weltweite Umsatz des Unternehmens betrug 2003 1,63 Milliarden Euro, La Redoute ist zudem auch in Belgien, Spanien, Portugal, England, Schweden, der Schweiz und den USA präsent.

In Österreich traten die Franzosen vor fünf Jahren auf den Plan, mittlerweile setzt die Firmenzentrale in Hallein 20,3 Millionen Euro (2003) um, hat 120 Mitarbeiter und nach eigenen Angaben rund 300.000 aktive Kunden. Bestellt wird bei La Redoute vor allem per Post oder Telefon, immerhin 16 Prozent der Anforderungen gelangen schon übers Internet an den Kundendienst, ein Segment, das laut La Redoute weiter ausgebaut werden soll.

Seit kurzem hat La Redoute Österreich auch eine neue Geschäftsführerin, die bisherige Marketingleiterin Katharina Thor hat die Agenden von Christa Furter übernommen. (DERSTANDARD/rondo/Margit Wiener/09/07/04)

  • Artikelbild
    foto: la redoute
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