Chance auf frisches Geld

20. Juli 2004, 13:09
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ÖIAG forciert Kapitalerhöhung

Wien - Die Chancen für die VA Tech, heuer doch noch zu einer Kapitalerhöhung zu kommen, steigen wieder deutlich. Aufgescheucht durch die Anfechtungsklagen verhandeln 15-Prozent-Aktionärin ÖIAG und 12,53-Prozent-Aktionär Mirko Kovats derzeit darüber, im Herbst einen neuen Antrag auf genehmigtes Kapital durchzubringen, erfuhr DER STANDARD aus ÖIAG-Kreisen. Eine entsprechende Verhandlungsrunde am Mittwoch sei gut verlaufen. Beschlossen werden müsste der Antrag dann in einer Hauptversammlung (HV).

Bewegung in die verfahrene Situation hat auch der Vorstandswechsel im Anlagenbaukonzern gebracht. Neo-Generaldirektor Klaus Sernetz und sein Vize Gerhard Falch haben den Druck, die Blockade aufzugeben, deutlich erhöht. Ein weiteres Indiz: Anwalt Georg Vetter hat seine Anfechtungsklage gegen die HV-Beschlüsse am Donnerstag zurückgezogen. Der Grund dafür: VA-Tech-Anwalt Hanns Hügel habe ihm signalisiert, dass die Verhandlungen für die Kapitalerhöhung am Weg seien. Zudem sollen einflussreiche Aktionäre rund um die Kovats-Gruppe planen, eine deutliche Erhöhung des Streitwerts (derzeit 36.000 Euro, Anm.) zu beantragen. "Damit ist klar, dass die VA Tech meine Klage nicht unterstützt. Da bin ich machtlos", sagt Vetter.

Der zweite Kläger, Rudolf Krtina, gibt sich widerspenstiger: "Ich lasse mich nicht erpressen." Er will seine Klage erst dann zurückziehen, wenn ein Beschluss für genehmigtes Kapital vorliegt. Um einen solchen zu ermögliche, könnte das Klagsverfahren ausgesetzt werden. "Dann würde ich meine Klage zurückziehen", sagte Krtina zum STANDARD. Denn: "Ich bin der Ansicht, dass das Verhalten Kovats' Ursache und Auslöser der ganzen Situation und somit auch der Klage ist." (ung, Der Standard, Printausgabe, 09.07.2004)

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