Braunbären auf "Brautschau"

14. Juli 2004, 13:08
posten

Oberösterreichs zwei, drei männlichen Tieren fehlen Weibchen: Deren Einwandern ist durch das dichte Straßennetz erschwert

Linz - Oberösterreichs Braunbären sind auf "Brautschau". Das Land hätte Platz für zehn "Petzis". Dazu müssten allerdings die zwei bis drei männlichen Tiere, die sich nach den Erkenntnissen der Verantwortlichen in Oberösterreich aufhalten, Weibchen finden. Deren Einwandern werde jedoch durch das dichte Straßennetz und seine Einzäunungen erschwert, berichteten Vertreter des WWF, der Österreichischen Bundesforste, des Landesjagdverbandes und des Nationalparks Kalkalpen in Linz.

In Oberösterreich sind heuer nur zwei Mal von Waldbesuchern Bären gesehen worden. Der Artenschutzexperte des WWF Norbert Gerstl stellte dazu fest: "Angst muss auf Grund der aktuellen Bärenbeobachtung niemand haben. Bären sind äußerst scheue Wildtiere, die vor dem Menschen die Flucht ergreifen." Das "Bärenmonitoring" zur Begleitung des Projektes, dem Braunbären seinen natürlichen Lebensraum zugänglich zu machen, werde im Normalfall auf Grund der Spuren gemacht, die die Bären hinterlassen.

Wanderwege werden überwacht

So würden Haare und Losung genetisch untersucht, um die Population und die Wanderwege der Bären zu überwachen. Auf diese Weise könnten auch die Verwandtschaftsverhältnisse der Bären bestimmt werden und Schlüsse über ein Wachsen oder Stagnieren ihrer Zahl gezogen werden.

In Oberösterreich machten sich die oberösterreichischen Bären heuer durch uneingeladene Besuche bei Bienenstöcken bemerkbar. In einem Fall leerte ein Bär auch einen Rapsöl-Kanister. Die DNA-Analyse ergab, dass es sich insgesamt um zwei in Oberösterreich heimische Tiere handelt, die von den Bärenforschern die Bezeichnungen "M" und "P" bekamen. Dazu kommt noch ein so genannter "Wanderbär", dessen Spuren auch schon in anderen Bundesländern entdeckt wurden.

Keine "Problembären"

"Problembären" wie der berüchtigte "Nurmi", der Mitte der neunziger Jahre sogar Schafe gerissen hat und zuletzt erschossen werden musste, seien sie nicht. "Nurmi" hätte die Scheu vor den Menschen verloren und sich ihnen zu sehr genähert. Dies werde mit einfachen "Erziehungsmaßnahmen" bereits im Vorfeld verhindert, schilderte Christopher Böck vom Landesjagdverband. So würden Bienenstöcke durch Elektrozäune geschützt. Außerdem gebe es eine "Eingreiftruppe" des WWF, die unter anderem mit Schreckschusspistolen allzu anhängliche Bären "vergrämt". Dadurch würde die angeborene Scheu der Tiere vor den Menschen erhalten. (Apa)

Link

WWF

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.