amnesty kritisiert UNO-Truppen im Kosovo

9. Juli 2004, 13:08
9 Postings

Deutsche und französische KFOR-Soldaten sollen Angriffe auf Privateigentum zugelassen haben

Frankfurt/Berlin - Die KFOR-Truppen der Vereinten Nationen haben aus der Sicht der Menschenrechtsorganisation amnesty international (ai) beim Schutz ethnischer Minderheiten im Kosovo versagt. Die im März 2004 aufgeflammte Gewalt mit 19 Toten habe die Unfähigkeit der Sicherheitskräfte sowie der internationalen Interimsverwaltung UNMIK deutlich aufgezeigt, erklärte ai am Donnerstag. Auch fünf Jahre nach der Machtübernahme der UNO seien Minderheiten im Kosovo ständig großer Gefahr ausgesetzt, sagte ai-Europa-Referentin Imke Dierßen.

Kritische Vorfälle dokumentiert

amnesty verwies auf einen aktuellen Bericht zu den gewalttätigen Auseinandersetzungen vom 17. und 18. März. 19 Menschen seien damals getötet, fast 1.000 weitere verletzt worden. Außerdem seien zahlreiche Häuser, Kirchen, Klöster und öffentliche Einrichtungen zerstört worden. Der Bericht dokumentiert laut ai im Detail eine Reihe von Vorfällen, bei denen KFOR-Einheiten unter deutschem und französischem Kommando Angriffe auf Privateigentum zugelassen hätten.

Verantwortliche zur Rechenschaft ziehen

Die Organisation forderte die Vereinten Nationen im Kosovo auf, alle Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Die NATO und die Entsenderstaaten der KFOR-Soldaten müssten unabhängige Untersuchungen zur Rolle insbesondere der französischen und deutschen Kontingente in die Wege leiten. (APA/AP)

Share if you care.