Aufwärtstrend in deutscher Softwarebranche

15. Juli 2004, 10:28
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Nachfrageschwäche scheint überwunden

In der deutschen Software- und DV (Datenverarbeitung)-Dienstleistungsbranche scheint es wieder aufwärts zu gehen. Dieser Trend zeichnet sich im ifo Geschäftsklimaindex für DV Dienstleister für das erste Quartal 2004 ab. Nach zwei harten Jahren mit Umsatzseinbußen und Entlassungen, die 2002 einen Tiefpunkt erreichten, ergab die 37. Konjunkturumfrage des ifo Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München den höchsten Stand des Geschäftsklimaindexes seit Mitte 2000.

Positive Entwicklung

Schon in den vergangenen vier Quartalen ergab diese Umfrage Anstiege in der Software- und DV-Dienstleistungsbranche, die auf eine positive Konjunkturentwicklung hoffen lassen. Insgesamt kann aber nur von einer graduellen Verbesserung gesprochen werden: immer noch klagen 46 Prozent der Testteilnehmer über zu niedrige Auftragsreserven. Das sind nur neun Prozent weniger als im Vorjahr. Die Nachfrageschwäche der vergangenen Jahre scheint dennoch überwunden zu sein. Der Großteil der Befragten beurteilt die derzeitige Geschäftslage als befriedigend, 25 Prozent bezeichnen sie sogar als günstig. Als unbefriedigend empfinden sie nur mehr 24 Prozent aller Befragten. Insgesamt halten verschiedene Experten in diesem Jahr ein Umsatzplus zwischen zwei und vier Prozent für möglich.

Große und kleine Unternehmen

Unterschiede gibt es nach wie vor zwischen kleinen und großen Unternehmen. Bei den großen DV-Unternehmen verbesserten sich sowohl die Nachfrage als auch die Umsätze. Nur mehr fünf Prozent sorgen sich um die Zukunft. Kleine Unternehmen leiden immer noch unter dem Rückgang von Bestelleingängen und unzureichenden Auftragsbeständen. Auch zwischen West- und Ostdeutschland zeigen sich Unterschiede. Eine positive Bilanz lässt sich zurzeit nur für den alten Teil der Bundesrepublik ziehen. In Ostdeutschland haben immer noch 56 Prozent der befragten Unternehmen Umsatzrückgänge zu verzeichnen. Was zukünftige Entwicklungen betrifft überwiegen optimistische Stimmen allerdings trotzdem.

Der Personalabbau in Westdeutschland hat sich zwar verlangsamt, schreitet aber vorwärts. 15 Prozent aller deutschen Unternehmen glauben in den nächsten drei Monaten Personal entlassen zu müssen, dem gegenüber beabsichtigen aber nur neun Prozent zusätzliche Arbeitskräfte zu beschäftigen. Ein Aufwärtstrend ist hier also noch nicht spürbar. (pte)

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a href="http://www.ifo.de" target="_blaNK">ifo Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München

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