Begräbnis sorgt für Polizei-Großeinsatz

11. Juli 2004, 18:40
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Antiterroreinheit holt Verstärkung - Enormer logistischer Aufwand - Rund 1.000 Mitarbeiter im Einsatz

Für die Exekutive bedeutet das Staatsbegräbnis einen Großeinsatz. Mehr als 1000 Beamte werden heute, Samstag, eingesetzt, um die ausländischen Staatsoberhäupter und Regierungschefs zu beschützen und um für eine reibungslose Abwicklung der Trauerfeierlichkeiten zu sorgen.

Die größte Sorge gilt dem Schutz der Staatsgäste, allen voran Russlands Präsident Vladimir Putin. Bei der Spezialeinheit Cobra rechnet Kommandeur Bernhard Treibenreif mit "rund 25 Personen, für die wir Teams benötigen." Die Aufgaben der Spezialisten umfassen sowohl den Objektschutz der Unterkünfte, in denen die Politiker und Monarchen untergebracht sind, als auch den Personenschutz selbst. Der kurzfristige Einsatz stellt für die Truppe kein Problem dar, es wurden allerdings Einheiten aus anderen Bundesländern zur Verstärkung angefordert.

Flexibel muss auch die Polizei in Schwechat sein, war doch bis zuletzt unklar, wann welche Staatsgäste eintreffen. "Wir haben aber ausreichend Beamte im Einsatz, um die Passagiere zum Konvoi und später dann zurück zum Flugzeug geleiten zu können", versichert Polizeidirektor Leo Lauber. Pass- und Sicherheitskontrollen werden die prominenten Gäste natürlich nicht über sich ergehen lassen müssen. Für die "normalen" Reisenden soll es aber zu keinen gröberen Behinderungen am Airport kommen.

Auch in der Bundeshauptstadt selbst ist die Polizei auf Eventualitäten vorbereitet. Für die Trauerzüge von der Innenstadt zum Zentralfriedhof gibt es bereits Pläne für Ausweichrouten, sollte es zu Zwischenfällen oder Drohungen kommen.

Mit Verkehrsbehinderungen wird man wohl den ganzen Samstagnachmittag rechnen müssen, schätzt Rudolf Gollia vom Innenministerium. Längere Sperren erwartet er jedoch nicht. Am stärksten wird der Südosten Wiens durch die Trauerzüge betroffen sein:

  • Um 13.00 Uhr wird der Sarg Klestils nach dem Requiem im Stephansdom in den Wagen geladen und dann über die Rotenturmstraße zum Franz-Josefs-Kai gefahren. Die weitere Route führt über den Ring, den Schwarzenbergplatz, den Rennweg und die Simmeringer Hauptstraße zum Tor zwei des Zentralfriedhofs, wo der Zug um 14.00 Uhr eintreffen wird.
  • Die Staats- und Regierungschefs werden zunächst noch im Bundeskanzleramt empfangen, von wo sie gegen 13.50 Uhr aufbrechen werden. In Bussen fahren sie über den Ring, den Franz-Josefs-Kai und den Rennweg zum Zentralfriedhof.
  • Nach den Begräbnisfeierlichkeiten ist für 16.30 Uhr ein Trauerempfang in der Präsidentschaftskanzlei geplant, anschließend werden die Gäste wieder zum Flughafen eskortiert. (DER STANDARD, Printausgabe, 10.7.2004)
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      Bei der Spezialeinheit Cobra rechnet Kommandeur Bernhard Treibenreif mit "rund 25 Personen, für die wir Teams benötigen".

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