Deutschland: Diskussion um Arbeitszeit geht weiter

18. Juli 2004, 19:33
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Während Industriepräsident Rogowski eine mögliche Verkürzung des Urlaubsanspruchs ins Spiel bringt, verlangt ifo-Chef Sinn die generelle Einführung der 42-Stunden-Woche

Frankfurt/Main - Der deutsche Industriepräsident Michael Rogowski hat sich für generell längere Arbeitszeiten ausgesprochen und eine Verkürzung des Urlaubsanspruchs um eine Woche vorgeschlagen. Deutschland habe mit 42 Urlaubs- und Feiertagen weltweit eine Spitzenposition, sagte Rogowski der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Donnerstagausgabe).

In vielen Firmen hätten Beschäftigte Probleme, ihren Urlaub in der vorgeschriebenen Zeit zu nehmen, fügte der BDI-Präsident hinzu. Wegen der hohen Lohnkosten habe die deutsche Industrie 2002 und 2003 "praktisch nichts verdient".

Generelle 42-Stunden-Woche

ifo-Chef Hans-Werner Sinn hat sich für die generelle Einführung einer 42-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich in Deutschland ausgesprochen. Sinnvoll sei nur eine pauschale Arbeitszeitverlängerung in der Gesamtwirtschaft und nicht in Einzelbetrieben, sagte Sinn am Donnerstag in München.

Nur bei einer pauschalen Ausweitung könnten die einzelnen Betriebe mit einem Nachfrageschub von anderen Firmen rechnen. Dieser sei Voraussetzung dafür, dass die Arbeitszeitverlängerung nicht in Kündigungen mündet. Sinn betonte, er habe entgegen anderslautenden Presseberichten keine 44-Stunden-Woche gefordert. "Diese Aussage ist falsch." (APA)

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