Chlodwig Poth ist tot

14. Juli 2004, 14:35
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Der 74-Jährige war Mitgründer der Satiremagazine "Pardon" und "Titanic"

Wie das Frankfurter Museum Caricatura am Donnerstag mitteilte, starb der Zeichner der "Neuen Frankfurter Schule" am Donnerstag nach langer schwerer Krankheit in Frankfurt, wo der am 4. April 1930 in Wuppertal geborene Karikaturist Chlodwig Poth seit den 50er Jahren lebte. Der 74-Jährige war Mitbegründer der satirischen Zeitschriften "Pardon" und "Titanic". Bekannt wurde er durch sein Werk "Mein Progressiver Alltag" (1975).

Bevor sich Poth mit Zeichnungen, Hassblättern, Ölbildern, Romanen, getuschten Aquarellen, Hörspielen, Märchen und Kurzgeschichten einen Namen machte, suchte er sich sein Publikum in Luftschutzkellern. Er griff Themen wie Hunger und Krieg, später Amis und Russen auf. Seine erstes "Ein-Mann-Magazin" hieß 1947 "Der Igel". Der Wilhelm-Busch-Bewunderer fühlte sich als "Journalist und Dokumentarist, der seine direkte Umwelt darstellt" - von Moden über Werbung und Redensarten bis hin zu Alternativmilieu-Studien.

Besonders eng verbunden fühlte er sich seinem Kollegen und Mitgründer bei "Pardon" (1962) und "Titanic" (1979), Hans Traxler. Mit anderen zusammen zählten sie zur Neuen Frankfurter Schule, die im Gegensatz zur Frankfurter Schule von Adorno und anderen nie "Fraktions- und Flügelkämpfe oder Ausschlüsse kannte". (APA/dpa)

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