Saddam-Verteidiger verschieben "aus Sicherheitsgründen" Irak-Reise

8. Juli 2004, 14:50
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Anwaltsteam um Mohammed Rashdan wollte sich von Saddam Hussein ein Mandat erteilen lassen - Bisher auch keine Einreiseerlaubnis

Amman/Bagdad - Eine Gruppe internationaler Rechtsanwälte, die den irakischen Ex-Präsidenten Saddam Hussein verteidigen will, hat ihre Reise in den Irak aus Sicherheitsgründen verschoben. "Wir haben entschieden, die Reise zu verschieben, weil uns die irakischen Behörden und die Amerikaner keinen Schutz gewähren wollten", erklärte der jordanische Rechtsanwalt Mohammed Rashdan am Donnerstag in Amman. "Wenn sie wirklich für Demokratie und Menschenrechte eintreten, dann sollten sie uns Schutz gewähren", fügte er hinzu. Bisher hat sein Anwaltsteam noch keine Einreiseerlaubnis der irakischen Behörden.

Die Advokaten wollten nach Bagdad reisen, um sich von Saddam Hussein ein Mandat erteilen zu lassen. Derzeit sind sie wegen der fehlenden Kommunikationsmöglichkeiten mit dem hermetisch abgeschirmten Saddam lediglich von dessen Ehefrau Sajida Khairallah beauftragt. Am 1. Juli verlas ein irakischer Untersuchungsrichter dem Ex-Staatschef die vorläufigen Anklagepunkte. Saddam Hussein zweifelte die Rechtmäßigkeit des Verfahrens an, das mit der Verlesung formal eingeleitet worden war.

Gaddafis Tochter will sich dem Team anschließen

Eine Tochter des libyschen Revolutionsführers Muammar Gaddafi, Aisha Kaddari, will sich dem Team von 20 Anwälten der Verteidigung anschließen. Sie besitzt einen Doktortitel der Rechtswissenschaften. Zu der Advokatengruppe gehört auch der französische Star-Anwalt Jacques Vergès, der unter anderen den ehemaligen Gestapo-Chef von Lyon, Klaus Barbie, und den Top-Terroristen Illich Ramirez Sanchez, genannt Carlos, verteidigt hatte. Der Sohn eines Franzosen und einer Vietnamesin gilt als Spezialist für "aussichtslose" Fälle. (APA)

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    Das Anwaltsteam um den jordanischen Rechtsanwalt Mohammed Rashdan verschiebt die geplante Irakreise.

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