Deutsche Telekom baut um - Österreich bleibt anders

15. Juli 2004, 10:32
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T-Systems: "Durch die Neuaufstellung im Konzern wird sich für unser Geschäft in Österreich nichts verändern"

Ein dreibeiniger Tisch steht meist stabiler als einer mit vier Beinen. Die Deutsche Telekom scheint sich diese Erkenntnis jetzt zu Eigen machen und modelliert das bisherige Vier-Säulen-Konzept (T-Com/Festnetz, T-Mobile/ Mobilfunk, T-Systems/IT-Services, T-Online/Internet) entsprechend um. Statt dieser vier Einheiten soll es in Zukunft nur noch drei Konzernsäulen geben: Die Business-Unit-Geschäftskunden (T-Systems), die Sparte Breitband/Festnetz (T-Online/T-Com) sowie das Mobilfunkgeschäft, das unverändert von T-Mobile betreut wird. Aus dem Bonner Carrier soll endlich ein integrierter Technologiekonzern werden.

Österreich ist anders

In Österreich war und ist vieles anders. Das gilt auch für die heimischen T-Töchter. "Durch die Neuaufstellung im Konzern wird sich für unser Geschäft in Österreich nichts verändern", berichtet Rudolf Kemler, Vorsitzender der T-Systems-Geschäftsführung dem STANDARD. Zum einen weil hierzulande die Säule T-Com nie präsent war und der Internet-Zugangsservice von Säule T-Online mangels Nachfrage vor kurzem eingestellt worden ist. Zum anderen weil man von jeher den Fokus auf Kunden- und weniger auf Produktorientierung gelegt habe, so Kemler. Fehlende Angebote wie etwa Breitband wurden und werden von starken Kooperationspartnern bezogen.

Wachstum

"Wir sind für die Bereiche IT-Systemintegration und Telekomservices recht gut aufgestellt und auf Wachstumskurs", sagt Kemler, dessen Unternehmen im vergangenen Jahr einen Umsatzsprung von satten 19 Prozent hinlegen konnte. Ins Visier genommen werden heuer verstärkt der IT-Markt für kleine und mittlere Betriebe und die Gewinnung von Neukunden. Dabei werde sicher auch über den Preis agiert. "Qualität und monetäre Leistung müssen zusammenpassen, wir sind aber kein billiger Jakob", schränkt der T-Systems-Chef ein.

Outsourcing

Eines der großen Themen bleibt dabei IT-Outsourcing. "Outsourcing ist heute ein Betriebsmittel wie jedes andere, um durchgängig effizient zu sein", ist Kemler überzeugt. Für das Outsourcen an einen Dienstleister spreche unter anderem die Möglichkeit, diesen im Fall des Falles haftbar machen zu können. "An seine hauseigene IT-Abteilung kann man keine Haftungsklage stellen." (kat, DER STANDARD Printausgabe 8.7 2004)

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