Minsk: Demonstranten erinnern an Dmitri Sawadski

19. Juli 2004, 17:11
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Kameramann ist unter ungeklärten Umständen seit vier Jahren verschwunden

200 Menschen haben am Mittwoch in Minsk an das Schicksal eines Kameramanns erinnert, der unter ungeklärten Umständen seit vier Jahren verschwunden ist. Die Demonstranten kritisierten die Regierung, dass sie sich nicht entschieden genug für die Aufklärung des Falls eingesetzt habe. Vor zwei Jahren wurden zwar zwei Polizisten wegen der Entführung von Dmitri Sawadski und anderer Straftaten zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Prozess konnte aber nicht klären, was mit dem Kameramann des russischen Senders ORT nach der Entführung passierte. Es wird vermutet, dass er nicht mehr lebt.

Die Behörden schlossen die Ermittlungen im April dieses Jahres ab. Sawadski ist eine von mehreren Personen, die in den vergangenen Jahren spurlos verschwunden sind. Die Opposition sieht einen Zusammenhang zu ihrer kritischen Haltung gegenüber der Regierung von Präsident Alexander Lukaschenko. Die Kundgebung am Mittwoch wurde von der internationalen Menschenrechtsorganisation Reporter ohne Grenzen und der Weißrussischen Journalistenvereinigung organisiert. (APA/AP)

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