Autofahren auch tagsüber mit Licht

11. Juli 2004, 18:52
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Frankreich kündigte sechsmonatige Probephase an - "Tagfahrlicht" ist bereits einigen europäischen Ländern Pflicht

Paris - Autofahrer in Frankreich sollen bald auch tagsüber mit Licht fahren. Die Regierung kündigte am Mittwoch an, der landesweite Versuch beginne Ende Oktober und dauere ein halbes Jahr. Danach werde Bilanz gezogen.

Das "Tagfahrlicht" ist bereits in einigen europäischen Ländern Pflicht, etwa in Skandinavien. Es soll den Wagen für die anderen Verkehrsteilnehmer sichtbarer und die Straßen damit sicherer machen.

In einem Testlauf im südwestfranzösischen Departement Landes zeigten sich nach Angaben des Nationalen Forschungsinstituts für die Verkehrssicherheit klare Ergebnisse: Auf größeren Straßen ging die Zahl der tödlichen Unfälle, an denen zwei Fahrzeuge beteiligt waren, um nahezu 60 Prozent zurück.

Kritik von Motorradfahrern

Der französische Automobilverband begrüßte die Entscheidung der Regierung und rief die Franzosen dazu auf, ab sofort tagsüber nur noch mit Abblendlicht zu fahren. "Es genügt nicht zu sehen, man muss auch gesehen werden", sagte Verbandspräsident Christian Gerondeau.

Der "Verband der wütenden Motorradfahrer" kritisierte dagegen, wenn alle Fahrzeuge mit Abblendlicht unterwegs seien, würden Motorradfahrer gefährdet, die bisher tagsüber vor allem wegen ihrer eingeschalteten Scheinwerfer im Straßenverkehr wahrgenommen würden.

Der französische Staatspräsident Jacques Chirac hat die Sicherheit im Straßenverkehr zu einem Schwerpunkt seiner zweiten Amtszeit gemacht. Die Installierung von automatischen Radars, mehr Kontrollen und Aufklärungskampagnen haben bereits zu spektakulären Erfolgen geführt. Die Zahl der Verkehrstoten ging im Juni 2004 um 27 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zurück, wie Premierminister Jean-Pierre Raffarin am Mittwoch mitteilte. (APA)

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