Nordwestafrika steuert auf riesige Heuschreckenplage zu

14. Juli 2004, 13:08
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Bereits im Februar ungewöhnlich hohes Brutverhalten festgestellt - präventives Insektizid-Versprühen half nichts

Rom - Die UN-Organisation für Nahrung und Landwirtschaft (FAO) warnt vor einer Wüstenheuschrecken-Plage in Nordwestafrika. In den vergangenen 15 Jahren hat es kein so schlimmes Auftreten der Heuschrecken-Schwärme wie in diesem Jahr gegeben. Neun Millionen Dollar sind zur Bekämpfung bereitgestellt worden, aber die FAO sagt, es würden umgehend mehr Geld und Ressourcen benötigt.

Laut der FAO sind die ersten Heuschreckenschwärme von ihren Brutstätten im Frühling nach Mauretanien, Mali und in den Senegal gekommen. Die erste Warnung der FAO vor einer Heuschreckenplage dieses Jahr ist mit Februar datiert, als ein ungewöhnlich hohes Brutverhalten südlich des Atlas-Gebirges in Marokko und Algerien beobachtet wurde.

Schäden absehbar unabsehbar

Große Insektizid-Spray-Programme wurden initiiert, davon wurden einige von westlichen Spendern finanziert, mit dem Ziel die Plage gleich an der Quelle zu beseitigen. Gewirkt haben diese Programme nicht. Die ersten Schwärme sind in Mauretanien, Mali und im Senegal eingefallen, als nächstes werden sie sich nach Niger und in den Tschad begeben. In diesen Gegenden haben die Sommerregen begonnen, was bedeutet, dass die Insekten auf ihrer Reise noch mehr Eier legen.

Die Wüstenheuschreckenschwärme könnten auch die Darfur-Region im Sudan erreichen, wo die Konflikte schon zu einer gröberen humanitären Katastrophe geführt haben. Das Schadenspotenzial der Heuschrecken ist nicht zu unterschätzen: Sie können an einem Tag Essen im Ausmaß ihres eigenen Körpergewichts verschlingen, was bedeutet, dass ein einzelner Schwarm so viel Nahrung wie einige Tausend Menschen konsumieren kann. (pte)

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