Zufrieden in die Sommerpause

13. Juli 2004, 12:01
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Halbzeit der Auktionssaison: Zufriedenheit bei Wiener Kunstauktionen und Dorotheum, Freude "im Kinsky"

Wien - Nach einem euphorischen Auftakt der Händlerschaft, die von den im Frühjahr in Wien und Salzburg stattfindenden Messen für Kunst und Antiquitäten nahezu ausnahmslos rege Verkäufe zu melden hatten, zeigte sich auch der Auktionsmarkt von seiner besten, weil umsatzstärkeren Seite.

Im Vergleich zum Vorjahr konnte in nahezu allen Sparten eine engagierter Nachfrage verzeichnet werden. Während sich die Verkaufsquoten zum Teil nur geringfügig veränderten, griffen Interessierte für manche Kunstwerke tiefer in die Börse, als von den Experten erwartet.

Besonders groß ist die Freude im kinsky, denn das Auktionshaus auf der Freyung konnte seine Umsätze im Vergleich zum Vorjahr um 84 Prozent steigern: Mit 5,9 Millionen Euro (2003: 3,2 Millionen) lässt sich der Absatz aus den im April und Juni 2004 abgehaltenen Auktionen in den Sparten Gemälde, zeitgenössische Kunst, Antiquitäten und Jugendstil beziffern.

Zu den Gewinnern des ersten Halbjahres gehört die Sektion Antiquitäten, "sie war im Vorjahr die einzige, die einen Umsatzrückgang hinnehmen musste", merkt Otto-Hans Ressler im Rückblick an. Nicht so 2004, als man vor zwei Wochen mit dem Umsatz dieser Sparte (brutto 854.000 Euro) sogar mehr lukrierte als beim Jugendstil (brutto 527.360 Euro) oder auch bei Gemälden und zeitgenössischer Kunst zusammen (brutto 830.580 Euro).

Richtige Strategie Diese Beinahe-Umsatzverdoppelung darf laut Ressler aber "nicht darüber hinwegtäuschen, dass die so genannte Mittelware nach wie vor beträchtliche Nachfrageschwächen aufweist". Auf diese geänderten Bedingungen reagierte man mit einer Reduktion der Auktionen bei gleichzeitiger Anhebung der Qualität. Eine Strategie, für die man jetzt die Ernte einfuhr.

Ein paar Straßen weiter scheint die Welt im Großen und Ganzen auch in Ordnung: 36,9 Millionen Euro Umsatz verbucht das Dorotheum mit Auktionen in allen Filialen Österreichs seit Jänner 2004. Dazu trugen die beiden Auktionswochen im Palais mit 5,85 Millionen Euro im März und 6,97 Millionen Euro im Juni bei, die damit erfolgreicher verliefen als 2003.

Vor allem der zweite Veranstaltungsreigen in den Sektionen Silber, Gemälde des 19. Jahrhunderts, klassische Moderne und zeitgenössische Kunst, Möbel & dekorative Kunst, Jugendstil & angewandte Kunst sowie Juwelen, Taschen- und Armbanduhren schaffte Zugewinne.

Noch 2003 lag der Wochenumsatz hier bei 4,79 Millionen Euro, heuer summierten sich die Zuschläge und das Aufgeld auf 6,97 Millionen. Die erste Auktionswoche mit Versteigerungen der Sparten Alte Meister, Glas & Porzellan, Möbel & dekorative Kunst, Alte-Meister-Zeichnungen, Skulpturen und Juwelen blieb mit 5,85 Millionen Euro unter der Vergleichswoche 2001 und einem Umsatz von 6,47 Millionen, lag aber über dem Vorjahresergebnis von 5,81 Millionen. Für diese Differenz zeichnet die Sparte Alte Meister verantwortlich, die 2004 knapp drei Millionen Euro netto für die Nachfrage notieren konnte und die 2001 mit 3,6 Millionen Euro deutlich darüber lag. Die Schiene der internationalen Auktionatorengruppe International Auctioneers wurde vom Doro-theum und seinen Partnern (Finarte Semenzato, Swann Galleries, Artcurial, Bukowskis, Lempertz, Galerie Koller, GMAI Auctentia) heuer noch nicht genutzt und scheint - in Ermangelung geplanter Gemeinschaftsauktionen - auch bis auf weiteres auf Eis gelegt. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 8. 7. 2004)

  • Josef Danhausers "Testamentseröffnung" hat im kinsky für 260.000 Euro den Besitzer gewechselt
    foto: im kinsky

    Josef Danhausers "Testamentseröffnung" hat im kinsky für 260.000 Euro den Besitzer gewechselt

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