Importbann auf illegal geschlägertes Holz

14. Juli 2004, 11:18
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EU fordert freiwilliges Genehmigungsverfahren

Wien - Holzimporte aus illegalen Schlägerungen machen der EU zunehmend Sorgen. Nach Angaben des Österreichischen Walddialoges, einer Vereinigung, hinter der das Landwirtschaftsministerium steht, wird in der EU jährlich illegales Holz im Wert von 1,2 Milliarden Euro verbraucht. Das Problem dabei: Selbst Holzimporteure können kaum überprüfen, ob sie ausschließlich Holz legaler Herkunft erwerben.

Im Rahmen eines Aktionsplans der EU namens Flegt (Forest Law Enforcement, Governance and Trade) soll deshalb ein auf Freiwilligkeit basierendes Genehmigungssystem installiert werden, das sicherstellt, dass vonseiten der exportierenden Länder nur offiziell geschlägertes Holz verkauft wird.

"Die Staaten, in denen illegal geschlägert wird, haben großes Interesse an einem solchen Abkommen", erklärt Ingwald Gschwandtl, "schließlich entstehen ihnen jährlich Schäden von zehn bis zu 15 Milliarden Euro."

Abkommen mit Russland

Auf österreichischer Seite sei man vor allem an einem Abkommen mit Russland interessiert, erklärt Gschwandtl, da das Land ein nennenswerter Importeur für Österreich ist. Weitere "Problemgebiete", also Staaten mit illegaler Schlägerung, liegen in Zentral- und Westafrika, in Südostasien sowie in Südamerika.

Neben materiellen Schäden komme es dadurch zu enormen Umweltschäden. Den weltweiten legalen Handel mit Holz beziffert die OECD mit 150 Mrd. Euro pro Jahr. (ruz/DER STANDARD Printausgabe, 07.07.2004)

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