Haselsteiner und AUA wollen Airport

18. Juli 2004, 18:10
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Gemeinsames Konsortium zeigt sich am Flughafen Bratislava interessiert

Wien - Im Rennen um den 2005 zur Privatisierung stehenden Flughafen Bratislava will neben dem Flughafen Wien auch die AUA als Teil eines Konsortiums mitmachen. Über die Partner der AUA wurde bisher nichts bekannt.

Nun scheint ziemlich sicher zu sein, dass neben den Flughäfen Frankfurt und Kopenhagen auch die Bauholding Strabag des Bauindustriellen Hans-Peter Haselsteiner mit im Konsortium ist. Die AUA will dazu offiziell gar nichts sagen. Und Haselsteiner ist nur so viel zu entlocken: "Wir haben gesagt, wir reden noch nicht darüber". Nach den Sommerferien wisse er mehr, sagte Haselsteiner zum STANDARD.

Interessanter Schulterschluss

Ein Schulterschluss zwischen AUA und Haselsteiner wäre insofern interessant, als die Raiffeisen Holding NÖ-Wien 50 Prozent minus einer Aktie an der Strabag hält. Der Chef der Raiffeisen Holding, Erwin Hameseder, sitzt wiederum seit Ende April im Aufsichtsrat des Wiener Flughafens, und wird dort natürlich über die Pläne des Wiener Airports in Sachen Bratislava aus erster Hand informiert.

Es wird erwartet, dass die Slowakei im Herbst die genauen Bedingungen für die Flughafen-Privatisierung festlegt. Experten halten es für durchaus möglich, dass Airlines als Bieter überhaupt ausgeschlossen werden, um nicht eine Airline gegenüber einer anderen zu bevorzugen. Völlig offen ist auch, ob nur der Flughafen Bratislava oder vielleicht auch der Airport Kosice gemeinsam im Paket privatisiert werden.

Operationsbasis für Billig-Airlines

Derzeit ist der Flughafen in Bratislava aus österreichischer Sicht Operationsbasis für ein paar Billig-Airlines und Charterflieger, die die im Vergleich zu Wien-Schwechat viel niedrigeren Gebühren nützen. Seit Anfang Mai zählt auch die AUA zu den Kunden des Flughafens Bratislava und fliegt von dort nach London, Paris und Brüssel.

Der Flughafen Bratislava steigerte im Vorjahr die Passagierzahl um 30 Prozent auf 480.000. (Claudia Ruff/DER STANDARD Printausgabe, 08.07.2004)

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