Escada verlegt Logistik nach Oberösterreich

18. Juli 2004, 18:14
2 Postings

Arbeitszeitflexibilität war für den Münchner Modekonzern entscheidend

Wien/Linz - Eine neue Logistikzentrale des Münchner Modekonzerns Escada entsteht derzeit nur acht Kilometer von der bayrisch-österreichischen Grenze im oberösterreichischen Reichersberg. Für die Standortentscheidung war vor allem ausschlaggebend, dass das Arbeitszeitrecht in Österreich flexibler angewandt werden kann.

"Wir müssen auch Samstag und Sonntag arbeiten. Das geht leichter in Österreich als in Deutschland. Österreich ist einfach flexibler", erklärte Escada-Boss Wolfgang Ley dazu kürzlich der Nachrichtenagentur Reuters.

Förderungen vernachlässigbar

Laut Ambros Pree, dem Leiter der Abteilung Betriebsansiedelung und Standortentwicklung in der Oberösterreichischen Technologie- und Marketinggesellschaft TMG waren die von den Betriebsansiedlern aus Land und Bund beigestellten Förderungen vernachlässigbar.

Pree: "Logistikprojekte werden nicht gefördert." Es seien vielmehr die arbeitsrechtlichen Rahmenbedingungen ausschlaggebend gewesen, "die bei uns nicht so verbarrikadiert sind."

Mit einer Investition von grob 20 Mio. Euro entstehen in Reichersberg 100 bis 120 Arbeitsplätze. Im kommenden Herbst soll das Logistikzentrum eröffnet werden. Für Escada-Chef Ley, übrigens ein Österreicher, gehört die Verlegung des Logistikzentrums zu einem Sparpaket quer über den börsenotierten Modekonzern, mit dem rund zwanzig Prozent der Kosten eingespart und heuer wieder Gewinne geschrieben werden sollen. (ruz/DER STANDARD Printausgabe, 08.07.2004)

Link

Escada
  • Die vornehmlich in Europa produzierten Escada-Teile werden künftig von Oberösterreich aus in die Boutiquen und Kaufhäuser verschickt.
    foto: epa/norbert schiller

    Die vornehmlich in Europa produzierten Escada-Teile werden künftig von Oberösterreich aus in die Boutiquen und Kaufhäuser verschickt.

Share if you care.