Segeln: Andreas Geritzer für Athen gerüstet

20. Juli 2004, 11:22
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"Möchte Medaille, setze mich aber nicht unter Druck"

Neusiedl - Andreas Geritzer ist einer jener heimischen Spitzensportler, denen bei den Olympischen Spielen in Athen eine Medaillenchance zugebilligt werden darf. Der zweite Platz Ende Juni bei der Kieler Woche hinter Brasiliens vielfachem Weltmeister Robert Scheidt hat dem 26-jährigen Laser-Segler gezeigt, dass die Form und die Marschroute für den Saisonhöhepunkt stimmt. "Jetzt kann kommen, was will", lautet der Standpunkt des HSZ Soldaten vom UYC Neusiedl.

Der aktuelle WM-Sechste blickt den Olympischen Spielen gelassen und mit großem Selbstvertrauen entgegen. Schließlich geht er davon aus, dass er seit seinem fünften Rang von Sydney in jeder Hinsicht reifer geworden ist. "Ich hatte vier Jahre lang Zeit, mein seglerisches Können weiterzuentwickeln und bin nun weit ruhiger als damals." Auch mental glaubt er durch die Arbeit mit dem Psychologen Günther Amesberger "viel weitergebracht" zu haben.

Auch ein enttäuschender 46. Rang bei der WM 2003 in Cadiz ("Das war nach einer Grippe mein Tiefpunkt in den vergangenen vier Jahren") hat ihn zwischendurch nicht in Panik versetzt. "Wir wurden nicht hektisch, ich habe mit meinem Trainer Steven Johannesen ruhig weiter gearbeitet und nur im Trockentraining einige Änderungen vorgenommen und mit Schranz-Hocke etc. am Gleichgewicht gearbeitet", sagt Geritzer, der sich selbst als intuitiven "Gefühlssegler" bezeichnet und jeden Wind "gut im G´spür" zu haben glaubt.

"Ich möchte eine Medaille, setze mich deshalb aber nicht unter Druck", so der 26-jährige, der spätestens seit Sydney in der Weltklasse etabliert ist und dies seither auch mit etlichen Spitzenplätzen (u.a. Zweiter ISAF-WM 2002, Zweiter Kieler Woche 2004) unterstrichen hat. Dazu kommt, dass er das Olympia-Revier und die kurzen, schnellen und tückischen Wellen sehr gut kennt und dort in den vergangenen eineinhalb Jahren bereits 15 bis 20 Wochen gesegelt ist. Dass er bei den dortigen Test-Events in den Jahren 2002 und 2003 jeweils Siebenter war, habe laut seinen Angaben nicht viel zu sagen.

Entscheidend auf dem Weg zum erhofften Edelmetall sind aus seiner Sicht vor allem ein guter Beginn und die nötige Konstanz in den elf Wettfahrten, die in von den Veranstaltern gestellten Einheitsbooten bestritten werden. Laut Geritzer gibt es rund 15 Leute, die in die Medaillenränge kommen können. Topfavorit ist Scheidt, der übrigens in Kiel von der Schnelligkeit des Österreichers beeindruckt war, dann kommen Geritzer und Co. Zu diesem Kreis zählt u.a. auch der frühere Vizeweltmeister Hamish Pepper. Der 33-jährige Neuseeländer, der gemeinsam mit dem Neusiedler trainiert, war im vergangenen Americas Cup als Taktiker beim Team "New Zealand" engagiert. (APA)

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