OECD erwartet Jobwachstum 2005

18. Juli 2004, 19:33
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Beschäftigungspolitik mit sozialem Schutz verbinden - Rein auf Schaffung von neuen Stellen orientierte Jobpolitik muss neu justiert werden

Paris - Die OECD hat den Industriestaaten geraten, ihre Beschäftigungspolitik stärker mit sozialem Schutz zu verbinden. Dazu zählten "insbesondere eine angemessene soziale Sicherung" und "eine stärkere Versöhnung von Arbeit und Familienleben", schreibt die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), der 30 überwiegend westliche Industrieländer angehören, in ihrem jüngsten Arbeitsmarktbericht.

Für das kommende Jahr ist die OECD für die Entwicklung am Arbeitsmarkt gedämpft optimistisch. Für die Mitgliedstaaten wird im Schnitt mit einem Beschäftigungszuwachs von einem Prozent gerechnet.

Neue Stellen

Der Aufschwung in den USA sowie die Erholung in Europa und insbesondere Japan würden sich 2004 und 2005 in neuen Stellen niederschlagen. In Deutschland sei für 2005 mit 0,6 Prozent Beschäftigungswachstum zu rechnen, nach einem Rückgang um 1,1 Prozent 2003 und einem weiteren Minus um 0,3 Prozent in diesem Jahr. In der EU der 15 Staaten beschleunige sich das Wachstum von 0,2 Prozent 2003 über 0,5 auf 1,0 Prozent im Jahr 2005, in den USA von 0,9 Prozent 2003.über 1,0 Prozent auf 1,7 Prozent 2005. Im vergangenen Jahr habe nur in jedem zweiten Land die Beschäftigung zugenommen.

Die rein auf die Schaffung neuer Stellen orientierte Jobpolitik müsse neu justiert werden, rät die OECD in dem Bericht vom Mittwoch in Paris. Die Lockerung der Arbeitsschutzgesetze erleichtere tendenziell die Einstellung von Frauen und jungen Leuten. Gleichzeitig erhöhe sie aber bei den Älteren und den Beschäftigten in den besten Arbeitsjahren die Sorge um die Arbeitssicherheit.

Förderung von Teilzeitarbeit und ähnlichen Arbeitsformen

Die Förderung von Teilzeitarbeit und ähnlichen Arbeitsformen habe dazu geführt, dass mehr Menschen unter Bedingungen arbeiteten, die sie nicht frei gewählt haben. Die unregelmäßige Arbeit, überlange Arbeitszeit und Wochenendarbeit hätten die Vereinbarkeit von Beruf und Familie eher erschwert. Die Politik müsse einen Ausgleich schaffen zwischen Dynamisierung des Arbeitsmarktes und Beschäftigungs- und Einkommenssicherheit.

Eine Lösung könnte laut OECD der Ansatz der "gegenseitigen Verpflichtung" in der Sozialpolitik sein, der Verknüpfung von "Fördern und Fordern": Der Leistungsbezieher bekomme unter anderem Rat und Unterstützung bei der Arbeitssuche, müsse sich aber aktiv um eine bessere Eignung bemühen.

Zur Bekämpfung der Schwarzarbeit empfiehlt die OECD neben anderem strikte Kontrollen der Arbeitslosenunterstützung. Der Empfang von Arbeitslosengeld verringere den Anreiz für Schwarzarbeit. Doch wenn die Kontrollen zu lasch seien, steige die Neigung zu nicht angegebener Arbeit. Es müsse sichergestellt werden, dass jeder zur sozialen Sicherung beitrage.(APA/dpa)

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