Autodesign wieder luxuriös und aufregend

9. Juli 2004, 20:36
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Stardesigner Bertone für Glas, Holz und traumhaft schöne Farben

Rheinbach/Köln - Dem Design des Innenraumes eines Autos kommt immer mehr Bedeutung zu. Das erklärte der Geschäftsführer des italienischen Auto-Designers Stile Bertone, Roberto Piatti. Viele seiner Kollegen seien viel zu konventionell, "wir brauchen wieder Emotionen".

Mehr Risiko im Design

Die Träume vieler Designer vor einigen Jahrzehnten seien nicht Realität geworden. Statt utopischer "Raumschiffe" würden noch immer konventionell aussehende Fahrzeuge gebaut. Es gebe zu wenige neue Trends im Autobau, doch "die Angst vor dem Risiko ist das größte Risiko", sagte Piatti.

Helle Farben und natürliche Materialien

Immer noch dominieren dunkle Farben im Fahrzeuginnenraum, kritisierte Piatti. Viel wichtiger sei es aber, den "Lebensraum Auto" dem eigenen Heim anzupassen. Statt schwarzem Plastik forderte der Designer warme Farben und naturähnliche Materialien. Ähnlich wie in den eigenen vier Wänden sollte eine variable Beleuchtung für die "Einrichtung" im Wagen konstruiert werden. Soundsysteme sollten einfach gut klingen, ohne dabei sichtbar zu sein.

Materialien sind noch kein Design

Noch immer werden laut Piatti Leder und Holz mit Luxus gleichgesetzt, Carbon und Alu mit Sportlichkeit. Doch diese Materialien allein brächten kein Design, sie seien lediglich Ornamente. Richtig eingesetzt brächten sie aber durchaus Erfolg. Piatti: "Holz im Auto ist wie ein Gartenzwerg im Garten: eine bunte Abwechslung."

Drive by wire

Wirkliche Fortschritte bei der Innenraumgestaltung erwartet sich der Experte aber erst, wenn "drive by wire" - die elektronische statt der mechanischen Übertragung der Lenkbefehle - serienreif ist. Dann gebe es erstaunliche Komfortlösungen, weil die Fahrer nicht mehr wie in der Formel 1 starr sitzen müssten, sondern sich ständig bewegen könnten.

Durchgehendes Glasdach

Wie ein modern designtes Auto aussehen sollte, zeigten die Experten vom Autoveredler Bertone an Hand eines Sportwagens vom James-Bond-Ausstatter Aston Martin. Helle Farben und ein Mix aus Leder, Leichtmetallen, Kunststoffen und viel Holz sollen einen wohnlichen Innenraum schaffen, erklärte Piatti. Besonderen Wert legten die Design-Profis auf das Licht: Erstmals stellt ein durchgehendes Glasdach eine angenehme Verbindung zur Außenwelt her.

Dieser Anwendungsbereich für Glas ist noch sehr neu, sagte Hans-Werner Küster von Saint-Gobain Sekurit. Erst modernste Technologien hätten es möglich gemacht, dass schon bald eine bis zu zwei Quadratmeter große Glasfläche als tragendes Element eingebaut werden könne. Eigene Beschichtungen und Folien in der Verbundglasscheibe schaffen es mittlerweile nicht nur, die wärmende Infrarot-Strahlung abzuhalten. Bei elektrochromatischen Elementen ändert sich die Lichtdurchlässigkeit durch das Anlegen einer Spannung, das Klima im Innenraum des Autos könne individuell angepasst werden.(APA)

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    Der neue Aston Martin von Bertrone soll noch um einiges aufregender als der Ferrari "Bertone Emotion" werden

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