USA bestehen auf Auslieferung angeklagter Ex-Generäle

8. Juli 2004, 16:29
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Uneinigkeit in der regierenden Koalition in Serbien

Belgrad - Die USA bestehen darauf, dass Belgrad die vier vom UNO-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag angeklagten serbischen Armee- und Polizeigeneräle ausliefert. Das bezieht sich auch auf den früheren Armeechef der bosnischen Serben, Ratko Mladic, sagte der stellvertretende US-Außenminister Marc Grossmann, am Mittwoch in Belgrad. Nach der Auslieferung von Mladic würden sich die USA dafür einsetzen, dass andere Prozesse wegen Kriegsverbrechen in Serbien und Montenegro geführt werden könnten, sagte Grossmann.

Belgrad hat bisher immer bestritten, dass sich Mladic in Serbien aufhält. Die juristische Prozedur zur Auslieferung der vier angeklagten Ex-Generäle ist schon eingeleitet worden. In der regierenden Koalition in Serbien besteht aber keine Einstimmigkeit zu dieser Frage.

Die bisher unzureichende Zusammenarbeit Belgrads mit dem UNO-Tribunal sei ein Hindernis auf dem Weg Serbiens und Montenegros in Richtung der euro-atlantischen Integrationen, warnte der US-Diplomat nach dem Gespräch mit Außenminister Vuk Draskovic. Serbien und Montenegro wollten keine "isolierte" Insel bleiben, sagte Draskovic, der sich auch für die Auslieferung von Angeklagten an das UNO-Tribunal einsetzt. (APA/dpa)

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