Österreich mit weltweit viertniedrigster Raubkopierrate bei Software

7. Juli 2004, 17:49
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Nur 27 Prozent der in Österreich eingesetzten Software sind Raubkopien, Schaden aber immer noch 109 Mio. Dollar

Österreicher erwerben 73 Prozent ihrer Software auf legalem Weg, nur 27 Prozent der in Österreich eingesetzten Software sind illegale Raubkopien. Die österreichischen Computernutzer zählen damit im internationalen Vergleich zu den "bravsten" Softwarekunden, hinter Dänemark, Neuseeland, den USA zurück und gleichauf mit Schweden auf Platz 4. Zu diesem Ergebnis kommt eine von der US-Marktforschungsunternehmens IDC, im Auftrag des Branchenverbands Business Software Association (BSA), durchgeführte Studie. Die Daten gelten sowohl für den privaten PC-Nutzer als auch für Firmensoftware.

"Peanuts" im Vergleich zu den USA

Insgesamt belaufen sich die durch den Software-Raub entstandenen Verluste in Österreich nach derzeitigem Stand auf 109 Mio. Dollar (88,6 Mio. Euro) im Jahr. "Peanuts" im Vergleich zu den USA: Die Amerikaner, die mit 22 Prozent zwar weltweit die niedrigste Raubkopierrate haben, verzeichnen in absoluten Zahlen mit 6,5 Mrd. Dollar auch die international höchsten Umsatzausfälle, weil der Softwaremarkt in den USA weit größer als in allen anderen Ländern ist.

Vietnam, China und die Ukraine

In Prozent betrachtet sind die Raubkopieraten in asiatischen und osteuropäischen Ländern am Höchsten. Spitzenreiter in negativer Hinsicht sind Vietnam, China und die Ukraine. In allen diesen Ländern sind über 90 Prozent der eingesetzten Software Raubkopien. Unter den Spitzenreitern sind auch Russland mit einer illegalen Kopierrate von 87 Prozent. In Osteuropa insgesamt sind im Durchschnitt 71 Prozent der zum Einsatz kommenden Software Raubkopien, in Westeuropa im Schnitt 36 Prozent. Die meisten Softwareklauer in Westeuropa hat Fußball-Europameister Griechenland mit 63 Prozent.

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Weltweit ist im vergangenen Jahr rund ein bis zwei Prozent mehr Software gestohlen worden als 2002, der dadurch entstandene Schaden hat sich auf 28,79 Mrd. Dollar vergrößert. Der Anteil der illegal kopierten Software am Gesamtmarkt ist im Vorjahr aber leicht zurückgegangen, die Durchschnittsrate lag 2003 - wie im westeuropäischen Mittel - bei 36 Prozent, nach noch 39 Prozent im Jahr davor.

Die stärksten Wachstumsmärkte weisen auch die höchsten Piraterieraten auf

"Leider ergeben unsere Untersuchungen, dass die stärksten Wachstumsmärkte auch die höchsten Piraterieraten aufweisen, so wie China, Russland oder Indien. Wenn der Anteil unlizenzierter Software in diesen Ländern nicht sinkt, in denen Computer jetzt Einzug in das Leben und die Geschäfte der Menschen halten, dann wird auch die weltweite Piraterierate weiter steigen", kommentiert IDC-Chefforscher John Gantz die Untersuchungsergebnisse.

Eine Million Arbeitsplätze?

Ein Senkung der weltweiten Raubkopien um zehn Prozent würde laut BSA und IDC in einem Zeitraum von vier Jahren zur Schaffung von rund einer Million Arbeitsplätze beitragen und ein wirtschaftliches Wachstum in der Höhe von 400 Mrd. Dollar auslösen. Die BSA drängt mit diesem Argument auf die weltweite Umsetzung von schärferen Datenschutzbestimmungen.

60 Länder unter der Lupe

Basis für die jüngsten Untersuchung waren Analysen in 60 Ländern. Unter die Lupe genommen wurden heuer zum ersten Mal nicht nur Business-Software, sondern auch Betriebssysteme, Computerspiele und elektronische Nachschlagewerke. Die Ergebnisse seien also für den Gesamten Markt - also nicht nur für Firmen, sondern auch für Privatnutzer - repräsentativ, betont die BSA. (APA)

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