EVN startet millionenschwere Kapitalerhöhung

18. Juli 2004, 18:14
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Expansion bei erneuerbaren Energien sowie im Wasser- und Müllgesch

Wien - Der börsennotierte niederösterreichische Energieversorger EVN stärkt sich mit seiner Kapitalerhöhung für das weitere Wachstum. Durch die Ausgabe von bis zu 3,3 Millionen jungen Aktien wird das Grundkapital um bis 8,8 Prozent von bisher 91,072.392,62 Euro auf bis zu 99,069.392,62 Euro aufgestockt. Expandieren will die EVN einerseits im Energiemarkt, aber auch in den neuen Geschäftsfeldern Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung sowie Müllverbrennung.

So sind beispielsweise in Niederösterreich Investitionen von 40 Mio. Euro in drei Biomasseanlagen geplant, sagte EVN-Generaldirektor Rudolf Gruber am Mittwoch in einer Pressekonferenz. Die neuen Geschäftsbereiche seien Wachstumsmärkte, die in Zentraleuropa große Chancen bieten, sie sollen mittelfristig rund ein Drittel zum Umsatz und Gewinn beitragen. Pro Jahr will die EVN mittelfristig im Durchschnitt 150 Mio. Euro investieren.

Gesunde Kapitalstruktur

Dies soll durch eine gesunde Kapitalstruktur unterlegt werden und in der Erhöhung des Grundkapitals zum Ausdruck kommen. Das Land Niederösterreich mit 51 Prozent Mehrheitseigentümer der EVN, zieht bei der Kapitalerhöhung mit. Gruber sieht darin ein positives Bekenntnis des Landes zur EVN. Der Vorstand würde die EVN nicht über ein gewisses Ausmaß verschulden.

Teile der Erlöse aus der Kapitalerhöhung sollen auch für die Bereitstellung des Eigenkapitalanteils für die beiden Projekte in Moskau, die Errichtung einer Trinkwasseraufbereitungsanlage sowie einer Müllverbrennungsanlage verwendet werden. Dieser Anteil liege zusammen bei 80 Mio. Euro.

Bulgarien-Aktivitäten

In Bulgarien ist die EVN gemeinsam mit vier anderen Unternehmen auf der Short-List für die Privatisierung von drei Stromverteilunternehmen. Die Inhalte der verbindlichen Offerte würden in Bulgarien am Freitag dieser Woche bekannt gegeben, bis zu einer Entscheidung dürfte es aber noch einige Wochen dauern, erwartet der EVN-Chef.

Im Energiegeschäft soll neben dem Ausbau der erneuerbaren Energien auch im Kraftwerk Korneuburg die Ausnutzung verbessert werden. Spitzen- und Mittellast gewännen in Europa immer mehr an Bedeutung, so Gruber. Die Verstärkung bei der Biomasse erfolge in Brunn/Gebirge, Mödling und Baden. Neben der Wärmelieferung könnten damit rund 35.000 Haushalte mit Strom versorgt werden.

Startschuss für Kapitalerhöhung

Der Startschuss für die Kapitalerhöhung fällt morgen: Die Bezugsfrist läuft vom 8. bis 22. Juli (12 Uhr), vorbehaltlich einer Verlängerung. Die Angebotsfrist läuft vom 8. bis 23. Juli (12 Uhr), vorbehaltlich einer Verlängerung oder Verkürzung. Für 23 Altaktien können 2 neue Stückaktien bezogen werden.

Die Kapitalerhöhung erfolgt im Rahmen eines kombinierten Angebots, das aus einem Bezugsangebot an bestehende Aktionäre und einem öffentlichen Angebot (gerichtet an Retail-Investoren und institutionelle Investoren in Österreich) sowie Privatplatzierungen (gerichtet an institutionelle Investoren im restlichen Europa) besteht.

150 Mio. Euro an frischem Geld

Gemessen am gestrigen Schlusskurs der EVN-Aktie (45,35 Euro) winken dem Versorger bis zu 150 Mio. Euro an frischem Geld. Der Ausgabepreis wird im Bookbuilding-Verfahren ermittelt, nach Unternehmensangaben aber nicht über dem Höchstpreis von 51,00 Euro pro Aktie liegen. Der endgültige Bezugs- und Angebotspreis (beide sind ident) wird voraussichtlich am 23. Juli bekannt gegeben. Der Handel in den Bezugsrechten findet an drei Tagen - vom 14. bis 16. Juli - statt.

Die Emission wird von Raiffeisen Centrobank (RCB) und UBS Investmentbank begleitet, beide fungieren als Joint Bookrunner der Kapitalerhöhung.

Die EVN-Aktie notierte heute am frühen Nachmittag mit 45,90 Euro um 1,21 Prozent über dem Vortagesschluss.(APA)

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