"Hillclimbing": Land stoppt heuer Förderung

8. Juli 2004, 21:27
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Nach Grünen-Kritik ermittelt Staatsanwalt

Der steirische Landtag beschäftigte sich am Dienstag mit jenen Männern, die sich im obersteirischen Rachau allsommerlich mit ihren Motorrädern gegen die Gesetze der Schwerkraft und mit jeder Menge Alkohol intus daran machen, einen steilen Berghang zu bezwingen. Die steirischen Grünen veröffentlichten vergangene Woche ein Video, mit dem bewiesen werden kann, dass beim so genannten "Hillclimbing" Hunderte Liter Benzin direkt in den aufgerissenen Hang rinnen - der STANDARD berichtete.

Nun stoppte Tourismuslandesrat Hermann Schützenhöfer (VP) die diesjährige Förderung von 20.000 Euro für den Event, der heuer am 10. und 11. Juli stattfindet. Für die Landes-VP dürfte aber eher ein "Sittenskandal" - das Video zeigt auch, wie sich Betrunkene im Schlamm wälzen und gegenseitig verprügeln - im Vordergrund stehen als Umweltdelikte, wegen denen nun auch die Staatsanwaltschaft ermittelt. Schützenhöfer meinte, solche Exzesse seien nicht dazu angetan, "das Tourismusland Steiermark, das wir haben wollen", zu repräsentieren.

"Grundrecht"

VP-Umweltlandesrat Johann Seitinger berief sich auf das "Grundrecht" solcher Veranstaltungen. Landeshauptfrau Waltraud Klasnic (VP), die schon durch ihre Unterstützung des steirischen GTI-Treffens für Verwunderung gesorgt hatte, übernahm auch den Ehrenschutz für das Steilhangrennen.

Für Grünen-Chefin Ingrid Lechner-Sonnek ist die nun eingeleitete Prüfung der Erfolg ihrer Partei: "Die Landesregierung wurde durch uns gezwungen, endlich zu reagieren. Fünf Jahre lang wurden Anzeigen von Anrainern ignoriert." Selbst als ein Gendarmeriebus 1999 von Hillclimbing-Besuchern in einen Bach gestoßen wurde, zog dies keine rechtlichen Konsequenzen nach sich. (cms/DER STANDARD; Printausgabe, 7.7.2004)

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