Die Trainerfindungskommission

12. Juli 2004, 17:19
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Quartett sieht sich nach Coach um - Duo kämpft um Präsidentensessel

Berlin - Im Deutschen Fußball-Bund, dem größten Fachverband der Welt, harrt allerhand der Klärung. Sowohl auf der sportlichen als auch auf Funktionärsebene. Gesucht wird ein Teamchef, und um den Präsidentenjob, der im Oktober zur Wahl steht, bewirbt sich ein Duo.

Nachdem der derzeitige Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder die Suche nach dem Nachfolger von Rudi Völler zur Chefsache erklärt hatte, wurde auf einer Sondersitzung vom zwölfköpfigen Präsidium beschlossen, dass der Chef bei der Suche zwar mitspielt, aber nur zu einem Viertel. Weitere Mitglieder der so genannten Trainerfindungskommission sind DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt, Liga-Präsident Werner Hackmann und naturgemäß der unvermeidliche Franz Beckenbauer, der auch den OK-Chef der WM 2006 mimt. Mayer-Vorfelder sagt, dass der Gesuchte auch ein Ausländer sein könne, nur Deutsch sollte er sprechen. Otto Rehhagel, in den vergangenen Wochen einer größeren Öffentlichkeit bekannt geworden, spricht nicht Griechisch.

Der Schatzmeister

Während das Quartett sich in Ruhe auf die Suche nach dem Bundestrainer begibt, sorgt der Schatzmeister für Unruhe. Theo Zwanziger kündigte an, beim DFB-Bundestag am 23. Oktober gegen Mayer-Vorfelder anzutreten. "Ich habe feststellen müssen, dass sein Führungsstil nicht der ist, der in einem demokratisch ehrenamtlich geprägten Verband überall auf Freude stößt", sagt er und ist mit dieser Meinung nicht allein. Nach derzeitigem Stand genießt Zwanziger die volle Unterstützung der Basis, der Regional- und der Landesverbände, das wäre eine Zweidrittelmehrheit auf dem Bundestag. "Wir haben viel, viel wichtigere Aufgaben zu lösen, als einen Führungsstreit zu führen", meinte der Auslöser des Führungsstreits. Das Präsidium ist nicht an einer Kampfabstimmung interessiert, sondern bemüht sich um eine "konsensuale Lösung". Weshalb die Einsetzung einer Kommission beschlossen wurde, die die Situation "möglichst schnell" besprechen soll. (DER STANDARD, Printausgabe, Mittwoch, 7. Juli 2004, bez, dpa, sid)

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