Siemens sucht weiter Lösung für "Combino-Desaster"

18. Juli 2004, 18:14
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Angestrebt wird weiter Sanierung der Züge, kein Neubau

München - Der Siemens-Konzern ist weiter auf der Suche nach einem Ausweg aus dem Desaster mit den fehlkonstruierten Combino-Straßenbahnen. Bei einem Treffen sei den wichtigsten Anwendern ein Reparatur-Konzept vorgelegt worden, sagte Vorstandschef Heinrich von Pierer am Dienstag in München. "Es gibt noch keine endgültigen Lösungen." Zu den möglichen Kostenbelastungen für das Unternehmen wollte er keine Stellungnahme abgeben. "Wir äußern uns erst dazu, wenn wir das ganz klar abschätzen können."

Vorschläge werden mit Gutachtern diskutiert

Zugleich wurde bei Siemens betont, dass man die Vorschläge noch mit Gutachtern diskutieren müsse. Das Ergebnis sei offen. "Das ist kein Prozess, der innerhalb weniger Tage über die Bühne gehen kann", sagte ein Konzern-Sprecher. Ziel sei weiterhin eine Sanierung der Züge und kein Neubau. Die "Süddeutsche Zeitung" hatte berichtet, Siemens stehe kurz vor der Lösung des Problems.

Beim Combino setzte Siemens auf eine Leichtbauweise. Bei der Entwicklung wurde aber die Belastbarkeit geschweißter Aluminiumverbindungen nicht richtig eingeschätzt. Die Folge waren Risse an einigen Wagenkästen. Wegen der Stabilitätsprobleme musste der Konzern zahlreiche Combino-Züge zurückrufen. Allein im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres musste die Siemens-Bahntechnik Sonderbelastungen von 364 Mio. Euro hinnehmen. Verkehrsbetriebe in aller Welt hatten wegen der Rückrufe Schwierigkeiten, den Linienbetrieb aufrechtzuerhalten. Einige von ihnen prüfen Schadenersatzansprüche gegen Siemens. (APA/dpa)

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