13 Tote bei Bombenanschlag nördlich von Bagdad

7. Juli 2004, 09:36
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Bombe bei Totenfeier für getöteten Kommunalpolitiker - Irakische Rebellen drohen Zarqawi mit dem Tod

Bagdad - Bei einem Bombenanschlag auf Teilnehmer einer Totenwache sind in der irakischen Stadt Khalis 13 Menschen ums Leben gekommen. Etwa 35 Menschen wurden verletzt, wie Klinikärzte aus der 55 Kilometer nordöstlich von Bagdad gelegenen Stadt mitteilten. Die Täter brachten am Dienstag eine Autobombe zur Explosion, als Angehörige und Einwohner von Khalis um zwei Menschen trauerten, die zwei Tage zuvor bei einem Anschlag auf das Haus eines Kommunalpolitikers getötet wurden.

Drei US-Soldaten bei Kämpfen im Westen des Iraks getötet

Bei Kämpfen in der westirakischen Provinz Anbar kamen nach Militärangaben vom Dienstag drei US-Soldaten ums Leben. Zwei der Marineinfanteristen seien am Montag sofort tot gewesen, ein dritter sei später seinen Verletzungen erlegen, teilten die US-Streitkräfte mit.

In Anbar liegen mit Falluja, Ramadi und Kaim drei Zentren des Widerstands gegen die US-Truppen und die neue irakische Regierung. Beim fünften US-Luftangriff auf Falluja seit dem 19. Juni kamen am Montagabend 15 Mitglieder einer Familie ums Leben. Unter den Toten seien zwölf Kinder, sagte ein 17-jähriger Überlebender. Amerikanische Flugzeuge warfen nach Militärangaben zwei 450-Kilogramm- und vier 225-Kilogramm-Bomben auf ein Gebäude ab, das der Organisation des jordanischen Extremisten Abu Musab al Zarqawi als Unterschlupf gedient haben soll.

Der irakische Regierungschef Iyad Allawi erklärte, dass seine Regierung den US-Streitkräften vor dem Angriff vom Montag Geheimdienstinformationen zur Verfügung gestellt habe. Auch am Dienstag waren wieder Explosionen aus Falludscha zu hören.

Rebellen drohen Zarqawi

Erstmals drohten irakische Rebellen al Zarqawi mit dem Tod, falls er nicht umgehend das Land verlässt. Zarqawi ermorde unschuldige Iraker und entehre den Islam, hieß es in einer Videobotschaft mit fünf bewaffneten und maskierten Männern, die am Dienstag der Sender Al Arabiya ausstrahlte. "Zarqawi und seine Anhänger müssen den Irak sofort verlassen. Ebenso jeder, der ihn und seine Verbrechen versteckt", sagte einer von ihnen im Namen einer bisher nicht bekannten "Erlösungsbewegung".

NATO-Delegation in Bagdad

Eine Delegation der NATO beriet am Dienstag in Bagdad mit dem irakischen Verteidigungsminister Hazem Shaalan und US-Offizieren über die geplante Unterstützung der militärischen Ausbildung. Absicht des Besuchs sei es, die Bedürfnisse der irakischen Streitkräfte zu ermitteln, sagte US-Admiral Greg Johnson als Leiter der Delegation, der auch britische und italienische Offiziere angehörten. Die NATO hat dem Irak auf ihrem Gipfel in Istanbul Hilfe bei der militärischen Ausbildung der Streitkräfte angeboten. Deutschland und Frankreich wiesen jedoch Überlegungen zurück, dass sich daraus auch eine eigene Militärpräsenz der NATO in Irak ergeben könnte. (APA/AP/dpa)

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