AT&S will Umsatzmilliardär werden

14. Juli 2004, 10:26
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Asiatische Werke sollen Umsatzanteil von 50 Prozent erreichen

Der österreichische Leiterplattenproduzent AT&S will in den nächsten zehn Jahren zum Umsatzmilliardär werden. Bereits im Geschäftsjahr 2006/07 soll die 500-Millionen-Euro-Grenze überschritten werden. Das kündigte AT&S-Vorstandsvorsitzender Willi Dörflinger im Rahmen der 10. ordentlichen Hauptversammlung des Unternehmens am Dienstag in Leoben an. Erreicht werden soll das Ziel durch eine Steigerung der Kosteneffizienz, organisches Wachstum und neue Produkte.

Ausbau

Das am 31. März 2004 abgeschlossene Geschäftsjahr 2003/04 war "eines der erfolgreichsten Geschäftsjahre des Unternehmens" trotz wirtschaftlich schwierigem Marktumfeld, so Dörflinger zu den anwesenden Aktionären. "Wir konnten unsere Nummer-Eins-Position in Europa weiter ausbauen", versicherte Dörflinger. Weltweit seien Marktanteilsgewinne zu verzeichnen gewesen. AT&S hatte im vergangenen Geschäftsjahr bei einem Umsatz von 316,4 Millionen Euro mit einem Überschuss von 17,9 Millionen Euro aufwarten können.

Problematik

Der Markt für Leiterplatten ist allerdings vor allem in Europa und Nordamerika von einer Überkapazität und einem daraus resultierendem Preisdruck betroffen. Während der Markt weltweit im Jahr 2003 um 10,6 Prozent zulegte, verzeichnete der Boommarkt Asien 27 Prozent Wachstum. In den nächsten Jahren werde das Wachstum auch weiterhin primär in Asien stattfinden, so Dörflinger. Der sowohl bei Mitarbeiter- als auch bei Herstellerzahlen rückläufige Markt Westeuropa werde sich zunehmend auf Nischenanwendungen konzentrieren.

Auslagerung

AT&S baut zurzeit seine Produktionsstätten in China und Indien aus. Bereits Ende 2004 soll der Umsatzanteil der asiatischen Werke 25 Prozent betragen. Ziel seien 50 Prozent in drei bis vier Jahren, so Dörflinger. Weiterhin sind nach Angaben von AT&S Akquisitionen angedacht. Besonders die Märkte Zentralasien, Osteuropa und Südamerika liegen im Focus des Unternehmens. Konkrete Pläne wurden aber nicht genannt.

Unter anderem dank Kostenreduzierungen konnte das noch im Vorjahr defizitäre Werk in Klagenfurt nach vorläufigen Zahlen im ersten Quartal des aktuellen Geschäftsjahres 2004/05 wieder einen positiven Ergebnisbeitrag liefern. Für das Gesamtjahr werden hier Umsatzsteigerungen von 13 Millionen Euro im Vorjahr auf 17 bis 20 Millionen Euro erwartet.

Bestätigung

"AT&S ist auf den Wachstumspfad zurückgekehrt", freute sich dann auch Finanzvorstand Harald Sommerer. Für 2004/05 hielt er an den Erwartungen auf ein Umsatzplus von zehn Prozent fest. Vielleicht sei sogar ein bisschen mehr drin, verriet Sommerer. Außerdem prognostizierte er eine deutliche Gewinnsteigerung, vor allem wegen der günstigen steuerlichen Voraussetzungen in China. (pte)

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