Insektengiftallergie nicht auf die leichte Schulter nehmen

9. Juli 2004, 20:22
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In Österreich sterben jährlich bis zu zehn Menschen an Bienen- oder Wespenstichen

Linz - Mit der Hitze haben auch Bienen und Wespen wieder Hochsaison. Das ist für Allergiker gefährlich. Bereits ein einziger Stich kann innerhalb kürzester Zeit bei sensibilisierten Menschen zu schweren Folgen führen: Schwellungen, Übelkeit, Schwindel, Benommenheit bis hin zum lebensbedrohlichen allergischen Schock mit möglichem tödlichen Ausgang. Bis zu zehn Menschen sterben jedes Jahr allein in Österreich. Experten empfehlen Allergikern deshalb, immer Erste-Hilfe-Medikamente - darunter auch einen Adrenalin-Autoinjektor - griffbereit zu haben.

Allergologen schätzen, dass in Österreich bei bis zu zehn Prozent der Bevölkerung eine Sensibilisierung auf Insektengift nachgewiesen werden kann. Diese erlangt man, wenn der Körper nach früheren Bienen- oder Wespenstichen einen Abwehrmechanismus in Gang setzt. Kommt nun ein neuer Insektenstich dazu, reagiert der Körper mit heftigen Abwehrreaktionen, die bis zum Kreislaufzusammenbruch führen können. Hat man schon einmal auf einen Insektenstich übermäßig reagiert, sollte unbedingt ein Allergietest durchgeführt werden.

Allergietest bei heftigen Reaktionen

Jeder Patient der schon einmal heftig auf einen Insektenstich reagiert hat, sollte unbedingt beim Facharzt oder im Allergieambulatorium einen Test durchführen lassen. Nur so kann mit Sicherheit festgestellt werden, ob und wenn ja in welchem Grad eine Allergie besteht. Die meisten schweren Zwischenfälle nach Insektenstichen passieren bei Menschen, die über ihre Sensibilisierung gar nicht Bescheid wussten. Wurde eine Insektenallergie festgestellt, sollte sich der Patient genau über die Vorsorge- und Therapiemaßnahmen informieren lassen.

Selbstinjektion von Adrenalin

Eine Spritze für Notfallsituationen sollte immer griffbereit sein. Dänische Forscher haben für Notfallsituationen ein Präparat zur Selbstinjektion entwickelt, das Allergiker jederzeit griffbereit bei sich tragen sollten. Der sogenannte "Autoinjektor" enthält den Wirkstoff Adrenalin, der bei allergischen Reaktionen kreislaufstabilisierend ist. Die Notfallspritze wird vom Patienten bei ersten Anzeichen einer starken allergischen Reaktion selbst oder von Begleitpersonen außen am Oberschenkel angesetzt. Durch den Mechanismus des Injektors wird dann das Adrenalin in der richtigen Menge automatisch injiziert. Die Handhabung ist sehr einfach und kann selbst von Kindern alleine ohne Probleme durchgeführt werden. Durch den Wirkstoff Adrenalin wird eine Überreaktion des Immunsystems verhindert. Noch bevor der Notarzt zur Stelle ist, kann damit eine wirksame Erste-Hilfe-Maßnahme gesetzt werden, die lebensrettend sein kann.

Der Autoinjektor in Kugelschreiberform ist ca. zwölf Monate haltbar und kinderleicht einsetzbar. In zwei Dosierungen für Erwachsene und für Kinder unter 30 kg Körpergewicht ist er mittels ärztlicher Verschreibung (chefarztpflichtig) über jede Apotheke zu beziehen. Er wird von Experten auch als Notfallmedikament bei Lebensmittel-Allergien empfohlen.

Insektengiftallergie kann geheilt werden

So gefährlich eine Insektengiftallergie auch ist, sie ist gleichzeitig jene Allergieform, die zu beinahe hundert Prozent geheilt werden kann. Mittels Allergieimpfung werden seit vielen Jahren erstklassige Ergebnisse erzielt. Studien zeigen, dass bei rund 98 Prozent der Patienten, die über einen Zeitraum von rund drei Jahren mit der spezifischen Immuntherapie gegen Insektengiftallergie behandelt wurden, keine oder nur mehr sehr geringe Reaktionen auf das Bienen- und Wespenallergen zeigen. Die Wirkung hält viele Jahre an und kann immer wieder aufgefrischt werden.

Die Allergieimpfung wird nach eingehender Diagnose vom Facharzt oder im Allergieambulatorium durchgeführt. Die Therapiekosten werden in der Regel von den Krankenkassen übernommen. (pte)

Weitere Informationen zur Allergiebehandlung

www.alk-abello.at

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