Rechtsextremes Festival in Kärnten geplant

7. Juli 2004, 19:47
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Dreitägige Veranstaltung "Heiliges Österreich" löst heftige Proteste von SPÖ, ÖVP und Grünen aus - Veranstalter ausgeladen

Klagenfurt - Ein dreitägiges, so genanntes "Dark Wave" Festival soll von 9. bis 11. Juli in Kärnten stattfinden. Dies bestätigte der Kärntner Sicherheitsdirektor Albert Slamanig am Dienstag. Der genaue Ort ist derzeit noch unbekannt, sicher ist aber, dass zwei als rechtsextrem eingestufte Bands bei diesem Festival auftreten sollen, und zwar die Formationen "Forthcoming Fire" und "Von Thronstahl". SPÖ, ÖVP und Grüne protestieren heftig und richteten im Kärntner Landtag eine Dringliche Anfrage an den Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider.

Veranstalter des Festivals ist der VAWS-Verlag des Deutschen Werner Symanek, der laut dem deutschen Verfassungsschutz rechtsextremistische und revisionistische Bücher vertreibt. Bisher hatte es bereits drei so genannte VAWS-Festivals gegeben, das vierte soll nun in Kärnten stattfinden. Auf der Homepage des VAWS wird das Festival heftig beworben, unter anderem mit dem Hinweis, dass es sich um den letzten Auftritt von Forthcoming Fire und das letzte Konzert der Band Von Thronstahl im deutschsprachigen Raum handle.

Veranstalter von Glanegger Bürgermeister "ausgeladen"

Auf Antrag der SPÖ hat sich der Kärntner Landtag Dienstagabend einstimmig gegen das für kommendes Wochenende in Kärnten geplante rechtsextreme "Dark Wave"-Festival ausgesprochen. Die Abgeordneten forderten die Regierung in einem Dringlichkeitsantrag auf, alles zu unternehmen, um das Festival zu verhindern. ÖVP und Grüne hatten eine Dringliche Anfrage zu dem Thema eingebracht.

"Wir wollen, dass seitens der Landesregierung alle geeigneten Maßnahmen getroffen werden, um ein solches Treffen zu verhindern", erklärte SPÖ-Klubchef Karl Markut. Das Festival, bei dem unter anderem die als rechtsextrem eingestuften Bands "Forthcoming Fire" und "Von Thronstahl" auftreten sollen, wäre auf der Burgruine Glanegg geplant gewesen. Unterdessen hat der Bürgermeister der Gemeinde den Veranstalter, den Deutschen Werner Symanek, wieder ausgeladen.

Veranstalter nicht zu erreichen

Ob das VAWS-Festival nun abgesagt oder verlegt wird, stand am Dienstag noch nicht fest. Symanek war weder telefonisch noch via E-Mail für eine Stellungnahme erreichbar.

Das letzte Festival

Laut VAWS-Homepage ist dies übrigens das letzte derartige Festival. Wörtlich heißt es dort: "An dieser Stelle möchten wir die VAWS-Festivals beenden, um uns mit ganzer Kraft der regulären Arbeit widmen zu können. Wir hatten diese Festivalreihe ins Leben gerufen, um Bands eine Möglichkeit für Konzerte zu bieten, die nach eigenen Angaben in Deutschland nicht mehr auftreten konnten. Einige haben diese Chance ergriffen und durch selbstlosen Einsatz zum Gelingen der Festivals beigetragen. Bei anderen Bands hingegen war es offensichtlich nur das übliche Jammern. Fazit: Auftritte in Deutschland sind möglich, was jedoch viel Idealismus und Engagement aller Beteiligten verlangt!"

Insider der Szene betonten Dienstagabend, hier habe man sich "auf Grund der politischen Lage weniger Ärger" erwartet. (APA)

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