Rechtsextremes Festival am kommenden Wochenende in Kärnten geplant

8. Juli 2004, 11:04
3 Postings

Dreitägige Veranstaltung "Heiliges Österreich" löst heftige Proteste aus -Kärntner Landtag einhellig dagegen

Ein dreitägiges, so genanntes "Dark Wave" Festival soll von 9. bis 11. Juli in Kärnten stattfinden. Dies bestätigte der Kärntner Sicherheitsdirektor Albert Slamanig am Dienstag gegenüber der APA. Der genaue Ort ist derzeit noch unbekannt, sicher ist aber, dass zwei als rechtsextrem eingestufte Bands bei diesem Festival auftreten sollen, und zwar die Formationen "Forthcoming Fire" und "Von Thronstahl". SPÖ, ÖVP und Grüne protestieren heftig und richteten im Kärntner Landtag eine Dringliche Anfrage an den Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider (F).

Veranstalter des Festivals ist der VAWS-Verlag des Deutschen Werner Symanek, der laut dem deutschen Verfassungsschutz rechtsextremistische und revisionistische Bücher vertreibt. Bisher hatte es bereits drei so genannte VAWS-Festivals gegeben, das vierte soll nun in Kärnten stattfinden. Auf der Homepage des VAWS wird das Festival heftig beworben, unter anderem mit dem Hinweis, dass es sich um den letzten Auftritt von Forthcoming Fire und das letzte Konzert der Band Von Thronstahl im deutschsprachigen Raum handle.

Kärntner Landtag einhellig dagegen

Auf Antrag der SPÖ hat sich der Kärntner Landtag Dienstagabend einstimmig gegen das für kommendes Wochenende in Kärnten geplante rechtsextreme "Dark Wave"-Festival ausgesprochen. Die Abgeordneten forderten die Regierung in einem Dringlichkeitsantrag auf, alles zu unternehmen, um das Festival zu verhindern. ÖVP und Grüne hatten eine Dringliche Anfrage zu dem Thema eingebracht.

"Wir wollen, dass seitens der Landesregierung alle geeigneten Maßnahmen getroffen werden, um ein solches Treffen zu verhindern", erklärte SPÖ-Klubchef Karl Markut. Das Festival, bei dem unter anderem die als rechtsextrem eingestuften Bands "Forthcoming Fire" und "Von Thronstahl" auftreten sollen, war auf der Burgruine Glanegg geplant. Unterdessen hat der Bürgermeister der Gemeinde den Veranstalter, den Deutschen Werner Symanek, wieder ausgeladen.

"Auf Grund der politischen Lage weniger Ärger"

Symanek, der in Deutschland den VAWS-Verlag betreibt, der revisionistische Bücher herausgibt, hat bereits mehrere einschlägige Musikfestivals veranstaltet. Die diesjährige Veranstaltung war ursprünglich in Oberösterreich geplant. Wegen des heftigen Widerstandes der dortigen Behörden war man nach Kärnten ausgewichen. Insider der Szene betonten Dienstagabend gegenüber der APA, hier habe man sich "auf Grund der politischen Lage weniger Ärger" erwartet.

Ob das VAWS-Festival nun abgesagt oder verlegt wird, stand am Dienstag noch nicht fest. Symanek war weder telefonisch noch via E-Mail für eine Stellungnahme erreichbar. (APA)

Share if you care.