"Bei 'Natura 2000' humpelt Österreich auf verschiedenen Krücken"

12. Juli 2004, 11:41
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Plattform "Natur zum Leben" fordert Finanzierungskonzepte, Einbindung der Grundbesitzer und bundeseinheitliche Regelung

Wien - Als "Projekt der gestellten Fragen" bezeichnete Martin Preineder, Vorsitzender der Plattform "Natur zum Leben", das EU-Naturschutzprogramm "Natura 2000" am Dienstag im Rahmen einer Pressekonferenz. Ungeklärt sei in Österreich nach wie vor die Finanzierung der laut Schätzungen über 180 Millionen Euro teuren Umsetzung des Natura-2000-Netzes. Weiters wurden die "zu großen Differenzierungen zwischen den einzelnen Bundesländern" in der Umsetzung kritisiert sowie die mangelnde Einbindung von Grundeigentümern und Nutzungsberechtigten.

"Österreich humpelt"

Während beispielsweise in Frankreich die Finanzierung der Umsetzung des EU-Naturschutzprogramms geklärt sei und die verursachten Kosten durch Staatszahlungen ausgeglichen werden, "humpelt Österreich in dieser Sache auf verschiedenen Krücken dahin und hat noch immer keinen Boden unter den Füßen", kritisierte Stefan Schenker, Präsident des Hauptverbandes der Land- und Forstwirtschaftsbetriebe. Die Bundesländer müssten vor der Beschlussfassung von Managementplänen Finanzierungskonzepte vorlegen und vor allem darauf achten, dass die - bisher zu hohen - Verwaltungskosten niedrig gehalten werden, forderte Preineder.

Die Natur einbinden

Um realistische Maßnahmen bei der Umsetzung sicher zu stellen und eklatante Fehler zu vermeiden, müsse bei Schutz-Gebietsausweisungen und der Erstellung von Managementplänen das Wissen der Grundeigentümer, der Waldbesitzer und Landwirte, verwertet beziehungsweise die Nutzer eingebunden werden, urgierte Schenker. Schließlich prangerte Georg Erlacher, Vorstand der Österreichischen Bundesforste, schlechte Kommunikation und große Differenzen zwischen den Bundesländern bei der Umsetzung der internationalen Naturschutzrichtlinien an. (Apa)

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