Ausstellung im Stephansdom: Vom Tabernakel, Thuribel und Naviculum

8. Juli 2004, 21:40
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Wiener Dom zeigt seine liturgischen Gerätschaften - Geöffnet bis 23. Oktober

Der Wiener Stephansdom zeigt seine liturgischen Schätze: Unter dem Titel "Tabernakel: Zelt Gottes unter den Menschen" wurde am Dienstag eine Ausstellung in der Sakristei des katholischen Gotteshauses eröffnet. Zu sehen sind dabei zahlreiche Tabernakel aus den Beständen des Domschatzes, aber auch diverse Leihgaben zeremonieller Gerätschaften. Dabei vermeide man musealen Charakter, betonte Domarchivar Reinhard Gruber bei der Eröffnung: "Fast alles ist noch im liturgischen Gebrauch".

Dementsprechend freute sich auch Dompfarrer Toni Faber über die Ausstellung, die noch bis zum 23. Oktober geöffnet sein wird. Sie zeige "die intimste Form der Gemeinschaft Gottes mit uns", resümierte er.

Gezeigt werden Kostbarkeiten wie der große Tabernakel, der bis 1945 im Stephansdom stand, beim Brand jedoch beschädigt und seither unter Verschluss gehalten wurde. Abgeleitet wird der Begriff für den Hostienschrein vom lateinischen "Tabernaculum" (Zelt), wodurch sich auch der Name der Ausstellung erklärt.

"Ewig-Licht-Ampel"

Zu sehen sind in der Ausstellung aber auch byzantinisch-slawische Monstranzen, Gerätschaften aus dem Jugendstil und den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Dazu gehören auch den Laien unbekanntere Gerätschaften wie Thuribel und Naviculum (Weihrauchfass und Schiffchen). Ebenso zu sehen ist eine Versehbursa: Ein kleines Kästchen, das um den Hals getragen wurde, mit dem der Priester die Hostien zu den Kranken transportierte.

Stolz war Gruber auf eine "Ewig-Licht-Ampel", also eine Öllampe aus dem Spätbarock, die neben den Tabernakeln brannte. An der Aufhängung der Schale mit dem Brennöl sind Kugeln angebracht. Diese sollten verhindern, dass Mäuse an den Ketten hinunterkrabbeln und "das Öl schlürfen", erläuterte der Domarchivar die damaligen Überlegungen. (APA)

"Tabernakel: Zelt Gottes unter den Menschen", Sakristei im Stephansdom. Geöffnet bis 23. Oktober, Eintritt: Drei Euro
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