Gehrer: Ende der "wahnsinnigen Detailverliebtheit"

22. Juli 2004, 13:15
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Neue Oberstufen-Lehrpläne sehen ab dem kommenden Schuljahr Kern- und Erweiterungsbereiche vor

Wien - Im kommenden Schuljahr treten die neuen Lehrpläne für die AHS-Oberstufe in Kraft. Sie knüpfen damit nahtlos an den seit 2000/01 geltenden "Lehrplan 99" für die AHS-Unterstufe bzw. die Hauptschule an und teilen den Lehrstoff in Kern- und Erweiterungsbereiche. Bildungsministerin Gehrer erhoffte sich am Montagabend in Michelstetten (NÖ) vor Journalisten dadurch ein Ende der "wahnsinnigen Detailverliebtheit".

Die bisherigen Rahmenlehrpläne für die Oberstufe enthielten jeweils maximale Stoffangaben, aus denen die Pädagogen für ihre Unterrichtsgestaltung frei auswählen konnten. Nun sollen sie sich auf das Wesentliche konzentrieren - aufgezeigt wird in den neuen Vorgaben, was die Schüler am Ende des Jahres können sollen.

Lehrplanreform

Für die einzelnen Gegenstände wird der Stoff viel straffer angegeben: So sinkt der Seitenumfang des Lehrplans etwa für Mathematik von 27 auf sechs, für Physik von 18 auf vier und für die lebenden Fremdsprachen von 84 auf sechs.

Wichtigster Punkt der mit dem "Lehrplan 99" eingeleiteten größten Lehrplanreform seit Mitte der 80er Jahre ist die Teilung des Stoffs in einen Kernbereich und in einen Erweiterungsbereich, wobei zwei Drittel der Unterrichtszeit für den Kernstoff und ein Drittel für die Erweiterung (autonomer Gestaltungsraum) reserviert sind. Der einzelne Lehrer setzt letztlich fest, wann er den Kernstoffbereich unterrichtet oder erweiternde Fähigkeiten vermittelt. Im Erweiterungsbereich ist Platz für vieles: Vertiefungsmöglichkeiten, Schwerpunkte, Projektarbeit, fächerübergreifendes Arbeiten, die Förderung von Begabten, aber ebenfalls Festigung, wenn der Kernstoff bei den Schülern noch nicht sitzt. (APA)

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    Auf ein Ende der "wahnsinnigen Detailverliebtheit" hofft die Bildungsministerin.

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