Suche nach Fournirets Opfern weitet sich aus

7. Juli 2004, 10:44
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Polizei untersuchte Kindermorde mangelhaft - Fourniret wirft seiner Frau Olivier aktive Mithilfe bei seinen Taten vor

Die belgische Polizei hat nach Medienberichten mindestens drei Chancen zur Demaskierung des mutmaßlichen Serienmörders Michel Fourniret verstreichen lassen. Die Fahnder hätten den vorbestraften Gewalttäter mehrmals festgenommen, doch fand die Staatsanwaltschaft die Beweise jeweils zu schwach für einen Haftbefehl, berichtete die belgische Zeitung De Standaard am Dienstag. Schon 1996 sei Fourniret wegen Waffenschmuggels und Exhibitionismus festgenommen worden. Anschließend fiel er wegen zweier missglückter Entführungen in den Jahren 2000 und 2001 auf.

Unterdessen warf Fourniret seiner Frau Monique Olivier aktive Mithilfe bei seinen Taten vor. Er habe sie 1987 erfolgreich zum Anlocken eines 17-jährigen Mädchens im Südosten Frankreichs aufgefordert, berichtete der belgische Radiosender Bel-RTL.

Suche nach weiteren Opfern

Die französische Polizei hat am Dienstag auf einem Grundstück in Clairefontaine (westlich von Paris) wo Fourniret vor Jahren gewohnt hat, die Suche nach weiteren Opfern aufgenommen. Die Ermittler überprüfen 30 bisher ungeklärte Vermissten- und Mordfälle neu auf die Möglichkeit hin, ob der 62-jährige Fourniret als Täter infrage kommt.

Dänische Polizeibehörden wollen das genetische Profil von Fourniret mit den Spuren eines versuchten Kindsmords in Dänemark von 1999 vergleichen. Die Ermittler haben nach der Vergewaltigung und versuchten Erdrosselung einer Elfjährigen ein Phantombild erstellt, das stark an Fourniret erinnert. (AFP, AP/DER STANDARD; Printausgabe, 7.7.2004)

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