Probleme in Italiens Großstädten wegen Streiks im Nahverkehr

7. Juli 2004, 09:17
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Touristen in Rom ratlos - Privatverkehr stärker als üblich - Protestaktion für Erneuerung der Arbeitsverträge

Der Streik im Nahverkehr hat am heutigen Dienstag für Probleme in den italienischen Großstädten gesorgt. Die Beteiligung am Arbeitskampf war hoch. Die U-Bahnen in Rom und Mailand fuhren nicht, was sich negativ auf den Privatverkehr auswirkte. In der Ewigen Stadt war der Verkehr chaotischer als sonst, die Polizei berichtete jedoch, dass es zu keinen größeren Staus kam.

Ratlose Touristen, die in Rom über den Streik nicht informiert waren, warteten Stunden lang vergebens auf Busse. Sie mussten dann Taxis suchen, um ans Ziel zu kommen. Trotz des Streiks konnten die meisten Römer zu ihren Arbeitsplätzen gelangen. In den meisten Städten begannen die Fahrer erst nach der morgendlichen Hauptverkehrszeit mit dem Ausstand. Auch von 17.30 bis 20 Uhr werden die Bediensteten ihren Arbeitskampf unterbrechen.

"Die meisten Bürger solidarisch"

Die Gewerkschaften, die zum Protest aufgerufen hatten, sprachen von einem großen Erfolg der Initiative. "Die meisten Bürger zeigten sich mit uns solidarisch. Sie haben begriffen, dass es bei uns ums Überleben geht", so ein Busfahrer in Mailand.

Rund 100.000 Bedienstete der Verkehrsbetriebe beteiligten sich nach Angaben der Gewerkschaften am Streik, um gegen die Verspätung bei der Erneuerung des vor sechs Monaten abgelaufenen Arbeitsvertrags zu protestieren. Sie verlangen Mehrinvestitionen im Nahverkehr. Die Gewerkschaften protestieren auch gegen die Verschlechterung der Arbeitsbedingungen. Sie riefen zu weiteren Aktionen zum Schutz der Rechte der Bediensteten sowie gegen die Liberalisierung und die Privatisierung der öffentlichen Verkehrsgesellschaften auf. (APA)

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