Josep Borrell SPE-Kandidat für Parlamentsvorsitz

6. Juli 2004, 19:01
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Spanier setzte sich klar gegen britischen Labour Abgeordneten Wynn durch - Kritik an "Blockbildung"

Brüssel - Die Sozialdemokraten im Europaparlament haben den Spanier Josep Borrell mit einer deutlichen Mehrheit zum Kandidaten für den Posten des nächsten EU-Parlamentspräsidenten gewählt. Borrell erhielt in einer Abstimmung der sozialdemokratischen Fraktion 117 von 185 gültigen Stimmen, wie ein Fraktionssprecher am Dienstag in Brüssel mitteilte. Der Spitzenkandidat der spanischen Sozialisten bei der EU-Wahl setzte sich gegen den britischen Labour Abgeordneten Terry Wynn durch, auf den 66 Stimmen entfielen.

Kritik

An der Wahl des spanischen Sozialisten Josep Borrell zum SPE-Kandidaten für das Amt des nächsten EU-Parlamentspräsidenten übte der SPÖ-Delegationsleiter Hannes Swoboda Kritik, obwohl er nach eigenen Angaben dem Spanier seine Stimme gab. Eine "Blockbildung" der portugiesischen, spanischen, französischen und griechischen Fraktionskollegen zu Gunsten Borrells habe eine "klare Auseinandersetzung" um den Posten verhindert, sagte Swoboda am Dienstag. Er beklagte dies als "nicht faires Spiel". Vor der Abstimmung hatte der SPÖ-Delegationsleiter seine Bewerbung um den Posten des EU-Parlamentspräsidenten zurückgezogen. Ein "Ungleichgewicht" sieht Swoboda auch in der Tatsache, dass ein Vertreter eines südlichen Landes zum Zug gekommen sei. "Aus den letzten beiden EU-Erweiterungsrunden gibt es niemanden, der Europa nach außen symbolisiert."

"Ein guter Mann"

Persönlich habe er keine Kritik an Borrell anzubringen, betonte Swoboda. "Er ist ein guter Mann. Er wird ein guter Präsident werden." Politisch sei der spanische Sozialist ein "Zentrist", der mit allen gut verhandeln könne. Schulz, der als Fraktionschef den Spanier Enrique Baron Crespo ablöst, stehe dagegen für die konsequente Fortsetzung eines pragmatischen Kurses. Mit einer Einigung zwischen Sozialdemokraten und Konservativen über eine Zusammenarbeit im EU-Parlament während der nächsten fünfjährigen Legislaturperiode rechnet der SPÖ-Delegationsleiter nächste Woche. (APA)

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