CIA gab Infos über irakische Waffen vor Krieg nicht weiter

7. Juli 2004, 16:45
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Geheimdienst wusste angeblich von beendeten Waffenprogrammen

Washington - Der US-Geheimdienst CIA hat seine Informationen über aufgegebene irakische Waffenprogramme einem Bericht zufolge vor dem Krieg gegen den Irak nicht vollständig an die US-Regierung weitergegeben. Der Geheimdienstausschuss des US-Senats habe aufgedeckt, dass die CIA im Geheimen mit Angehörigen von irakischen Wissenschaftlern gesprochen habe - und deren Aussagen nicht an US-Präsident George W. Bush oder andere Verantwortliche in der US-Regierung weitergeleitet habe, berichtete die US-Tageszeitung "New York Times" am Montagabend (Ortszeit) unter Berufung auf namentlich nicht genannte Regierungsmitarbeiter auf ihrer Internetseite.

Der Senatsausschuss sei in einem Bericht zu dem Schluss gekommen, dass die Informationen der CIA nicht die Annahme stützen konnten, die damalige irakische Regierung unter Präsident Saddam Hussein habe Massenvernichtungswaffen besessen. Mit der Existenz derartiger Waffenprogramme hatten die Vereinigten Staaten und Großbritannien aber den Krieg gegen den Irak gerechtfertigt.

Mitarbeiter des CIA hätten beim Schreiben ihrer Berichte schlechte Arbeit geleistet, hieß es in der Zeitung unter Berufung auf den Bericht, der diese Woche veröffentlicht werden soll. Der Ausschuss könne an Beispielen belegen, dass die CIA Informationen falsch ausgelegt und Angaben in ihren Berichten verzerrt habe, um ihre Behauptung zu untermauern, der Irak habe verbotene Waffen.

Der Zeitung zufolge gab es keinen Hinweis darauf, dass der Geheimdienst die Informationen auf Druck der Regierung verdreht habe. Mitarbeiter der CIA spielten die Angaben des Senatsausschusses laut "New York Times" herunter und sagten, nur eine Handvoll Angehöriger von irakischen Wissenschaftern habe behauptet, die fraglichen Waffenprogramme seien beendet worden. (APA)

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