Sharon wegen möglichen Widerstands gegen Gaza-Plan besorgt

7. Juli 2004, 15:51
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Israelische Friedensinitiative erklärt offizielle Angaben über Zahl illegaler Siedlungen für falsch

Jerusalem - Der israelische Ministerpräsident Ariel Sharon sorgt sich angesichts des angekündigten Widerstands gegen die Auflösung von Siedlungen im Gazastreifen um seine eigene Sicherheit. "Es macht mich traurig, dass jemand, der sein ganzes Leben lang Juden in Israels Kriegen verteidigt hat, nun vor Juden beschützt werden muss aus Furcht, dass sie ihm etwas antun könnten", sagte Sharon laut einem Bericht der Zeitung "Haaretz" am Montag.

Innenminister warnt vor jüdischen Extremisten

Nach dem Geheimdienst Shin Beit hat am Dienstag auch der israelische Innenminister vor zunehmender Gewaltbereitschaft im Zusammenhang mit der geplanten Auflösung jüdischer Siedlungen im Gazastreifen und im Westjordanland gewarnt. Er fürchte Anschläge auf führende Politiker und Sicherheitskräfte durch jüdische Extremisten, sagte Innenminister Tsachi Hanegbi dem Fernsehsender Channel Two.

"Sie werden den Ministerpräsidenten, einen Minister, ein Mitglied der Streitkräfte oder der Polizei ermorden... Sie haben nicht immer Erfolg und sie haben nicht immer die Mittel, diese Taten auszuführen. Aber an Extremisten fehlt es uns nicht", sagte Hanegbi.

Das höchste Rabbinat Israels erklärte unterdessen in einer Stellungnahme, gewaltsamer Widerstand gegen die Evakuierung von Siedlungen sei nach den jüdischen Religionsgesetzen verboten. Die meisten jüdischen Siedler sind streng gläubig.

Während Sharon die Siedlungen im Gazastreifen bis September nächsten Jahres räumen will, sollen die meisten Siedlungen im Westjordanland erhalten bleiben. Nach dem internationalen Friedensplan ("road map") ist die israelische Regierung allerdings verpflichtet, alle seit März 2001 errichteten Siedlungen abzubauen.

Israelische Friedensaktivisten warfen der Regierung am Montag vor, die USA über die Zahl dieser nicht genehmigten Siedlungen im Westjordanland zu täuschen. Es gebe 53, nicht 28 wie von Jerusalem angegeben, erklärte die Friedensinitiative Peace Now. Ein Mitarbeiter Sharons wies die Vorwürfe zurück und erklärte, eine in der vergangenen Woche an Washington überreichte Liste illegaler Siedlungen sei vollständig. (APA/AP)

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