Shirin Ebadi: "Gesetzloser, feiger und barbarischer Krieg"

7. Juli 2004, 07:21
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Friedensnobelpreisträgerin Irak-Invasion der USA schadet der Demokratie-Bewegung im Iran

Rio de Janeiro - Die iranische Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi hat die US-Invasion im Irak scharf kritisiert. "Das war ein gesetzloser, feiger und barbarischer Krieg", sagte die Rechtsanwältin in einem am Montag veröffentlichten Interview mit der brasilianischen Tageszeitung "O Globo".

"Die Iraker haben kein Wasser mehr und keinen Strom", sagte Ebadi. "Aber das Öl sprudelt wie noch nie." Hätten die USA wirklich die Demokratie in das Land bringen wollen, so hätten sie anders gehandelt, sagte Ebadi. Mit Blick auf den Prozess gegen den gestürzten irakischen Machthaber Saddam Hussein sprach sich Ebadi gegen die Todesstrafe aus. "Man bringt die Wahrheit nicht ans Licht, wenn man diesen Kriminellen umbringt."

Der Irak-Krieg habe sich außerdem negativ auf die Demokratie-Bewegung in ihrer Heimat ausgewirkt, sagte Ebadi. Jedesmal, wenn jetzt jemand von Veränderung und Demokratie im Iran spreche, frage das iranische Volk: "Aha, sie wollen hier das noch einmal machen, was die USA im Irak gemacht haben?". (APA)

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    Shirin Ebadi: "Man bringt die Wahrheit nicht ans Licht, wenn man diesen Kriminellen umbringt."

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