SPÖ-Frauen fordern mehr Engagement im Sudan

22. Juli 2004, 10:50
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Außenministerin Ferrero "ohne Initiative" - "Anlaufstelle für Nothilfe" und "intensivere Zusammenarbeit" mit NGO angestrebt

Wien - Die SPÖ-Frauen werfen Außenministerin Benita Ferrero-Waldner (V) "Initiativlosigkeit" im Umgang mit der Krise in der Darfur-Region im Westsudan vor. Die entwicklungspolitische Sprecherin der SPÖ, Petra Bayr, wies darauf hin, dass das Parlament durch einen am 28. Juni eingebrachten gemeinsamen Entschließungsantrag der vier Nationalratsabgeordneten Bayr (SPÖ), Karin Hakl (ÖVP), Ulrike Lunacek (Grüne) und Herbert Scheibner (FPÖ) Druck auf das Außenministerium ausüben werde.

Anlaufstelle für Hilfsorganisationen

Die Initiative der SPÖ-Frauen habe am Montag ExpertInnen von zahlreichen Hilfsorganisationen zu einem "Runden Tisch" eingeladen, um auf die humanitäre und Menschenrechtslage aufmerksam zu machen, teilte SPÖ-Frauensekretärin Bettina Stadlbauer in einer Presseaussendung mit. Die Initiative fordere eine eigene Anlaufstelle für Nothilfe für die Hilfsorganisationen, sowie eine klare Zuständigkeit eines Ministeriums. Eine "intensivere Zusammenarbeit" mit der "Sudan-Plattform", einer Plattform für Nicht-Regierungsorganisationen (NGO), die im Sudan tätig sind, forderten Stadlbauer und Bayr. Auch wolle sich die entwicklungspolitische Sprecherin bei Problemen der Visums-Beschaffung der Hilfsorganisationen für den Sudan einsetzen.

Soforthilfe für den Sudan

Am 3. Juni hatte Ferrero-Waldner anlässlich der Geberkonferenz in Genf für die Darfur-Region 200.000 Euro für humanitäre Soforthilfe zu Gunsten der intern Vertriebenen und der Flüchtlinge in der Grenzregion zugesagt. Österreich trage darüber hinaus seinen festgelegten Anteil für humanitäre Hilfe der EU im Sudan im Jahr 2004, wodurch umgehend rund 14 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden sollen, hatte Ferrero-Waldner in Genf erklärt.

Der Konflikt in Darfur an der Grenze zum Tschad entbrannte zwischen schwarzafrikanischen Rebellengruppen und der arabischen Janjawid-Miliz, die von der sudanesischen Regierung unterstützt wird. Seit Beginn der Kämpfe 2003 kamen mindestens 10.000 Menschen ums Leben. (APA)

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    Die Initiativlosigkeit in der Sudan-Krise muss beendet werden, so die SPÖ-Frauen.
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