China sucht Geld in Österreich

14. Juli 2004, 11:18
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Die Freihandelszone Schanghai soll potentielle Investoren ins Reich der Mitte locken

Wien - China will über seine diversen Sonderwirtschaftszonen noch stärker als bisher ausländische Direktinvestoren ins Land holen und damit den wirtschaftlichen Aufholprozess absichern. Repräsentanten der Freihandelszone Wai Gao Qiao bei Schanghai etwa sehen vor allem in Europa noch ungenutztes Potenzial, das sie nun zusammen mit Gänsdorfer International Adviser heben wollen.

Hinter Gänsdorfer International Adviser verbirgt sich der Wiener Wolfgang Gänsdorfer. Er hat sich bisher einen Namen als Manager des "China-Fonds" gemacht. Seit kurzem ist Gänsdorfer Generalrepräsentant von Wai Gao Qiao in Europa. Nicht nur österreichischen Unternehmen will er den Weg nach China und speziell nach Wai Gao Qiao ebnen, der ältesten und größten Freihandelszone Chinas.

"Ich will die Drehscheibenfunktion Wiens nützen und speziell Unternehmen aus den neuen Beitrittsländern, die an Engagements in China interessiert sind, unterstützen", sagte Gänsdorfer in einer Pressekonferenz am Montag.

Guten Wirtschaftsdaten

Der Botschafter der Volksrepublik China in Österreich, Lu Yonghua, verwies auf die guten Wirtschaftsdaten Chinas, die Investitionen im Reich der Mitte gerade jetzt interessant machten. Laut Fünfjahresplan sollte die Wirtschaft Chinas heuer um sieben Proizent wachsen. Wie 2003, als die Wirtschaft dann tatsächlich um 9,1 Prozent wuchs, sei auch heuer mit einem Übertreffen der Vorgaben zu rechnen.

Rund 200 Unternehmen aus Österreich seien derzeit in China aktiv, das Handelsvolumen zwischen beiden Staaten belaufe sich laut chinesischer Statistik auf 1,8 Mrd. Dollar, laut österreichischen Datenquellen, die auch den Warenaustausch mit Hongkong inkludieren, auf 2,8 Mrd. Dollar - Tendenz steigend.

Derzeit sind zwölf Unternehmen aus Österreich mit eigener Niederlassung in der Freihandelszone Schanghai vertreten, darunter Swarovski und Lenzing. Insgesamt tummeln sich gut 7000 Firmen auf dem zehn Quadratkilometer großen Gelände. (stro/DER STANDARD Printausgabe, 06.07.2004)

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    foto: epa/ an tu
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