Irakische Regierung würde Todesstrafe gegen Saddam akzeptieren

6. Juli 2004, 18:45
4 Postings

Allawi: Sondergericht allein wird entscheiden - US-Streitkräfte wollen weitere Gefangene aus Abu Ghraib freilassen

Bagdad - Die irakische Übergangsregierung würde nicht gegen die mögliche Verhängung der Todesstrafe gegen den gestürzten Staatschef Saddam Hussein intervenieren. Jede Entscheidung des irakischen Sondergerichts werde respektiert, solange sie unparteiisch und fair getroffen werde, sagte Ministerpräsident Iyad Allawi am Montag gegenüber dem arabischen Fernsehsender "Al Arabiya".

Das Sondertribunal allein werde über Saddam Hussein entscheiden, sagte Allawi gegenüber dem Sender. In Halabja, wo Saddam 1988 Giftgas gegen die kurdische Zivilbevölkerung einsetzen ließ, forderten tausende Kurden den Tod für den Ex-Präsidenten und seinen als "Chemie-Ali" bekannten Cousin Ali Hassan al Majid. Das Verfahren gegen den ehemaligen Staatschef, der am Donnerstag erstmals vor einem irakischen Gericht stand, soll erst in mehreren Monaten beginnen.

Wie die US-Streitkräfte unterdessen mitteilten, sollen in den nächsten Tagen weitere 300 Iraker aus dem berüchtigten Gefängnis Abu Ghraib freigelassen werden. In den vergangenen zwei Monaten wurden bereits mehr als 2.000 Häftlinge auf freien Fuß gesetzt. Nach Angaben eines Militärsprechers sind noch rund 2.200 Personen in Abu Ghraib inhaftiert. (APA/AP)

Share if you care.