Sommer der auffrisierten Operette

7. Juli 2004, 10:51
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Im Theater Akzent wird mit der Revue "Heut' geh ich ins Akzent" der Wiener Operettensommer ausgerufen

In diesem mitunter sibirischen Sommer haben zweifelsohne Veranstalter überdachter Events das große Los gezogen. Warum soll sich der nach heiterer Dreiviertelseligkeit sehnende Wahl- oder Pflichtwiener vor Filmleinwänden oder im Park des Kursalons die Beine abfrieren, wenn im Theater Akzent der Wiener Operettensommer ausgerufen wird.

Regisseurin Gabriella Sallagar hat mit der Revue "Heut' geh ich ins Akzent" zwar nicht das klassische österreichische Herzschmerz-Genre revolutioniert, aber sie hat die Highlights von Strauß, Lehár, Millöcker und Stolz auffrisiert wie ein kundiger Mechaniker einen öden Serienwagen.

Mit Schmäh, farbenprächtigen Kostümen und feschen Tänzen sorgt sie für Schwung. So albern-abgedreht uns heute die Begeisterung für Borstenvieh und Schweinespeck anmutet, mit Ironie lässt sich gut parodieren. Auch die Sänger wie etwa Maria Droulou, Lemuel Cuento, Clemens Unterreiner oder Harald Georg Wurmsdobler verstehen ihr Handwerk. Sie spannen den Bogen über Wiener Blut, Im weißen Rößl bis zur Lustigen Witwe - vom Stehgeiger und einer Damenkapelle begleitet. Und halfen einigen auf der Suche nach den verlorenen Illusionen der Jugend. (henn/DER STANDARD, Printausgabe, 6.7.2004)

Akzent
4., Theresianumg. 18
501 65-3306
jeweils 20 Uhr

Link

www.akzent.at
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