Der Montag begann mit kilometerlangen Staus

6. Juli 2004, 20:22
posten

15 Kilometer Stau auf der Westautobahn, 30 Kilometer auf der Wiener Südosttangente - Zwischenfälle in ganz Österreich

Wien/Linz - Der Anlass war ein scheinbar geringer, die Wirkung war eine große: "Ein Fahrstreifenwechsel", hieß es bei der Wiener Verkehrsleitzentrale, war der Ausgangspunkt für einen Riesenstau auf der Südosttangente. Ein Lkw, ein Bus ohne Fahrgäste und ein Pkw kollidierten am Montag im Stadlauer Tunnel im frühmorgendlichen Verkehr. Die Lenkerin des Pkw wurde leicht verletzt, "aber nichts Dramatisches", betonte man in der Leitzentrale. Wer von den drei Autolenkern den Unfall verursacht hat, wird noch untersucht.

Für die Aufräumarbeiten musste die A23 gesperrt werden. Die Folge war ein 30 Kilometer langer Stau, der vom Stadlauer Tunnel bis nach Guntramsdorf auf die Südautobahn (A2) zurückreichte. Das Verkehrschaos war bis in die Innenstadt bemerkbar, sämtliche Ausweichrouten, unter anderem die Triester Straße, die Donauuferautobahn oder die Ostautobahn, waren im Frühverkehr binnen kurzem blockiert. Zudem kam es zu einem weiteren Unfall beim Knoten Kaisermühlen in Fahrtrichtung Süden.

Spektakuläres

In ganz Österreich ereignete sich am Montag Spektakuläres im Verkehr. Auf dem Linzer Pendant zum Wiener Nadelöhr Tangente, der Streckenabschnitt auf der Westautobahn zwischen Traun und Linz, kippte ein mit Flaschen beladener Lkw um. Die Flaschen kullerten über die Fahrbahn. Danach standen auch dort am Morgen auf einer Strecke von fünfzehn Kilometern Autofahrer im Stau. Der Lkw war umgestürzt, nachdem er zuvor durch riskante Überholmanöver aufgefallen war. Bevor er kippte, drückte er einen neben ihm fahrenden Pkw gegen die Betonleitschiene, der Lenker wurde leicht verletzt.

Nicht im Stau, sondern im Geschwindigkeitsrausch scheint sich ein slowenischer Staatsbürger befunden zu haben. Er wurde in Kärnten auf der Tauernautobahn (A10) im Bereich Spittal an der Drau mit 233 Stundenkilometern geblitzt. Der Lenker wurde von einer Streife der Autobahngendarmerie gestellt und musste 560 Euro Geldstrafe bezahlen.

22 Tote letzte Woche

Gleichzeitig mit derlei Verkehrsmeldungen veröffentlichte das Innenministerium die jüngste Statistik: In der vergangenen Woche starben 22 Personen bei Verkehrsunfällen. Die meisten passierten, weil Auto- oder Motorradfahrer zu schnell unterwegs waren oder weil sie den Vorrang von anderen Verkehrsteilnehmern missachtet hatten.

Angesichts des Ferienbeginns am Freitag im Westen Österreichs warnen die Autofahrerklubs bereits vor Staus. Vor allem die Tauernstrecke gen Süden gilt als sicherer Tipp, auf dem Weg in den Urlaub dort einige Stunden zu verlieren. Seit dieser Woche gilt die Ferienreiseverordnung, die Lkw ab siebeneinhalb Tonnen an Samstagen zwischen acht und 15 Uhr von der Straße verbannt. (red, Der Standard, Printausgabe, 05.07.2004)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    In ganz Österreich ereignete sich am Montag Spektakuläres im Verkehr

Share if you care.