Orthner wird Volkstheater- Managerin

12. Juli 2004, 22:10
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Mailath-Pokorny baut sein Beraterteam um

Wien - Im Büro von Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SP) gibt es mehrere personelle Veränderungen: Auf Waltraud Orthner, die ans Volkstheater wechselt, folgt Günter Lackenbucher. Neu im Team ist der ehemalige ORF-Journalist Alexander Syllaba: Der 39-Jährige wird neben den Bereichen Film und bildende Kunst auch für die Öffentlichkeitsarbeit (künftig zusammen mit Pressesprecherin Saskia Schwaiger) zuständig sein.

Waltraud Orthner, bisher für die Theateragenden verantwortlich, wird Generalsekretärin der Intendanz von Michael Schottenberg, die im Herbst 2005 beginnt. Ausschreibung gab es keine, eine solche sei auch nicht üblich.

Orthner, Jahrgang 1956, ist für Marketing, Sponsoring und den projektierten Umbau zuständig. Die Theaterwissenschaftlerin war einst Bürochefin von Kulturstadtratin Ursula Pasterk und danach, als Kulturbeauftragte des Bürgermeisters, Gegenspielerin von VP-Kulturstadtrat Peter Marboe. Orthner verfügt zwar über exzellente Medienkontakte, sie durfte ihre kommunikativen Fähigkeiten bei Mailath aber nicht einsetzen.

Ihr wird Günter Lackenbucher nachfolgen. Der Dramaturg ist derzeit einer der drei von Mailath bestellten Kuratoren der Wiener Theaterreform. Uwe Mattheiß, ebenfalls Kurator, erachtet Lackenbuchers Seitenwechsel zielführend für das Umsetzen der Theaterreform: "Er gibt ja nicht sein Gewissen ab." Ob es einen Ersatzkurator geben wird, sei noch nicht entschieden.

In der freien Szene hingegen befürchtet man, dass die Reform nun nicht mehr vollinhaltlich realisiert wird: Sie sollte eigentlich "alle Gruppen und Einrichtungen der Darstellenden Kunst, die von der Stadt Wien Finanzierungsbeiträge erhalten", umfassen (bis auf fünf Ausnahmen). Dennoch sagte Mailath dem Lustspielhaus des Häupl-Freundes Adi Hirschal 363.000 Euro zu.

Auch Roland Schöny dürfte das Kulturamt verlassen. Er wird Mailath-Pokorny aber weiterhin in Fragen der zeitgenössischen Kunst beraten und die Kunst im öffentlichen Raum betreuen. (trenk/DER STANDARD, Printausgabe, 6.7.2004)

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