Poelstra auf dem Sofa freut sich über sein Ich

6. Juli 2004, 12:58
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Improvisationen mit Bach und in der Berggasse

Das Handwerk der Improvisation im Tanz und in der Performance wird vielfach unterschätzt. Frans Poelstra jedenfalls ist ein Magier auf diesem Gebiet. Mit seiner Fähigkeit, auf Ungeplantes einzugehen, jongliert er gekonnt, witzig und risikofreudig.

Der niederländische Performer offeriert in zwei Arbeiten sein kreatives Potenzial - sozusagen auf dem Präsentierteller. Zusammen mit seinem Dramaturgen Robert Steijn begibt er sich für Frans Poelstra, his dramaturg and Bach auf die Bretter des Schauspielhauses, einer klassischen Guckkastenbühne, die dem Improvisateur schon an sich Probleme schaffen kann.

Seine selbst gewählte Vorgabe, Bachs Goldberg-Variationen zu tanzen, begründet er ironisch mit der Unvermeidlichkeit des Bachschen Meisterwerks für den reiferen Choreografen. Wird Poelstra auf einer "offiziellen" Tanzbühne überleben? Sein Dramaturg hilft ihm dabei, den Fallen einer spontan entstehenden Performance zu entkommen.

Zuvor kann das interessierte Publikum Frans Poelstra auf dem sprichwörtlichen Sofa im Sigmund-Freud-Museum, Berggasse 19, erleben. Frans Poelstra zaubert ein Gedankenlabyrinth, seine Beichten, seine Zweifel über die Arbeit, er öffnet die Tür zur Psychoanalyse nicht allzu weit und schließt sie sogleich auch wieder, um seine Zuschauer mit magischen Momenten an seinem Ort ohne Wiederkehr zu verzaubern. (hub/DER STANDARD, Printausgabe, 6.7.2004)

"Frans Poelstra zaubert"
im Sigmund Freud Museum
am 10. & 11. 7.
Zeiten s. Programm

"Frans Poelstra, his dramaturg and Bach"
im Schauspielhaus
am 6. 8., 21 Uhr
am 8. 8., 19 Uhr
  • Wir sind mit ihm: Frans 
Poelstra auf Du und Du mit Freud und 
der Magie.
    bild: poelstra

    Wir sind mit ihm: Frans Poelstra auf Du und Du mit Freud und der Magie.

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