Dynamische Gasatmung und Liebe nach Tolstoi

6. Juli 2004, 21:29
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"108 EB – Kammermusik für 4 Motoren & Bedienungspersonal" und "Love Turn"

Ein Höllenlärm im wahrsten Sinn des Wortes. Der choreografierende "Feuerteufel" aus Salzburg, Hubert Lepka, und sein Multisparten-Netzwerk Lawine Torrén setzen vier an langen Stahlseilen befestigte Automotoren in den Mittelpunkt ihres Krachoratoriums 108 EB - Kammermusik für vier Motoren und Bedienungspersonal mitten im Hof des Museumsquartiers.

Männer drehen auf

Maschinendröhnen, Feuer speiende Motoren und heißlaufende Kolben werden auf Mozarts Idomeneo losgelassen. Geschwindigkeitsrausch, Täuschung, Erotik, Gefahr verdichten sich bei Lepkas Szenario zur dynamischen Gasatmung, die Bewegung findet zu einer von ihr selbst erzeugten Musik statt. Die Entwicklung des Motors unterliegt, laut Lepka, den gleichen Gesetzen wie Musik und Tanz, beide beruhen auf einem Anpassungsdruck im Paarungsverhalten.

Das Automobil ist ebenfalls Mittelpunkt in Lepkas Miniaturschauspiel "Love Turn" nach Leo Tolstoi. "Was wäre, wenn es für die Irrfahrt durch die Landschaft unserer Beziehungen so etwas wie ein GPS gäbe?", so die Idee zum Stück, das den Zuschauer einlädt, gemeinsam mit den beiden Darstellern eine Fahrt durch die Stadt zu machen. (iw/DER STANDARD, Printausgabe, 6.7.2004)

"108 EB"
im MQ-Haupthof
"Love Turn"
ab Festival
zentrum im MQ
  • "108 EB – Kammermusik für 4 Motoren & Bedienungspersonal"
    foto: impulstanz

    "108 EB – Kammermusik für 4 Motoren & Bedienungspersonal"

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